, orakelte der NME schon im letzten Jahr anlässlich ">
"The next most important band in rock. FACT", orakelte der NME schon im letzten Jahr anlässlich der "Bloc Party EP". Abgesehen von der selbstfinanzierten Single "She´s Hearing Voices" war dies die erste Veröffentlichung der vier Londoner. Wie üblich vergeudete die britische Musikpresse also keine Zeit, um eine neue Band zu hypen und mit ihnen die drohende Lücke zu schließen, die eine Auflösung der Libertines hinterlassen würde (und so kam es dann ja auch). Kele Okereke (voc, git), Russel Lissack (git), Gordon Moakes (bass) und Matt Tong (drums) haben sich trotz der gesteigerten Aufmerksamkeit nicht nervös machen und offensichtlich auch nicht dazu verleiten lassen, ihr Debüt-Album "Silent Alarm" übers Knie zu brechen, was nicht heißen soll, dass das jüngst erschienene Werk irgendwie gemächlich klingen würde. Im Gegenteil. Mit "Like Eating Glass" bekommt der Hörer einen fiebrigen, aufwühlenden und mitreißenden Einstieg in die 13 Tracks umfassende Klangwelt der Bloc Party. Es folgen verschrobene und disharmonische Stücke wie "Positive Tension", runde und ausgereifte Indie-Rocker wie das schon auf der EP vertretene "Banquete" (Vergleiche mit Franz Ferdinand erlaubt), aber auch atmosphärische Balladen wie "Blue Light", "Plans", "This Modern Love" oder die momentan bei uns im Radio zu hörende Singleauskopplung "So Here We Are". Schon nach kurzer Einhörphase merkt man, was das Besondere an dieser Band ist. Anders als gewohnt ist in diesem Quartett jeder Bestandteil in der Lage, eigenständig zu agieren, was auch und vor allem für das niemals zur Ruhe kommende, virtuose Schlagzeugspiel von Matt Tong gilt. Während beispielsweise Sänger Okereke mit seiner hohen Stimme, die zwangsläufig an Robert Smith (The Cure) oder an Steve Bay von Hot Hot Heat erinnert, eigentlich eine sanfte Ballade im Sinn hat, verfolgt sein Drummer einen ganz anderen Plan. Was bei so manch anderer Brit-Rock-Kombo in einer musikalischen Katastrophe enden würde, führt bei der Bloc Party vor allem dazu: Ein innovativer und frischer Sound. Anfangs habe ich zugegebenermaßen gezögert, mich dem Album zu öffnen und seine Großartigkeit uneingeschränkt anzuerkennen. Zum einen, weil man ja nicht einfach nur der Abnicker für den NME sein möchte, und zum anderen, weil dieser immerwährende Zyklus des Hypens und Hochschreibens schon so immens viele hoffnungsvolle Bands zerstört hat, bevor sie überhaupt zu Entfaltung gekommen wären und wirklich etwas erreicht hätten. Bloc Party hingegen haben das Zeug dazu, dem Druck standzuhalten. Neben einer unglaublichen bereits erreichten Reife und Vielschichtigkeit im Songwriting steht ein Selbstvertrauen, das nicht ausschließlich aus dem öffentlichen Interesse, sondern aus den eigenen Fähigkeiten und dem Geschaffenen gezogen wird: "It is really colourful and has a sense of depth. [...] We´ve made a real album of sound and texture, rather than just songs", so Okereke zum Independent. Und wer bin ich, Kele Okereke UND dem NME gleichzeitig zu widersprechen. Das bring ich nicht.