whisky-soda Musikmagazin whisky-soda Musikmagazin whisky-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whisky-soda Musikmagazin
whisky-soda Musikmagazin whisky-soda Musikmagazin whisky-soda Musikmagazin
whisky-soda Musikmagazin zur Startseite whisky-soda Musikmagazin zur Story Seite whisky-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whisky-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whisky-soda Musikmagazin Community und Forum whisky-soda Musikmagazin whisky-soda Musikmagazin einfach mal suchen whisky-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
 

      registrieren  

Lunatic
Kongos
Lunatic
(Rock)

Stomachaches
Frnkiero And The Cellabration
Stomachaches
(Alternative)

Tûndra
Black Book Lodge
Tûndra
(Doommetal)

Mystoria
Amplifier
Mystoria
(Progressive Rock)

Wovenwar
Wovenwar
Wovenwar
(Metalcore)

Exit Wounds
The Haunted
Exit Wounds
(Thrashmetal)

Count's 77
Count's 77
Count's 77
(Hardrock)

Venereal Dawn
Dark Fortress
Venereal Dawn
(Blackmetal)

Sophomore
John Allen
Sophomore
(Alternative Country)

Metaphysical
Creation's End
Metaphysical
(Melodic/Progressive)



New Order -  Waiting for the sirens’ call     Artist:  New Order
    Album:  Waiting for the sirens’ call
    Label:  Warner
    Release:  02.04.2005
   Medium:  Album
    Genre:  Elektro-Pop Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  Uraniumstaub Artikel per Mail versenden 
 

Vorüberlegung: Was kann/muss ein neues New Order Album beweisen? Ein Album von einer Band, die so lange aktiv ist, dass ein Teil des Publikums bei Gründung noch nicht einmal geboren war? Prinzipiell muss so eine alte Band nichts mehr beweisen, die Meilensteine sind längst gesetzt und es spräche wenig dagegen, sie ins Rock Lexikon abzuschieben. Die Regel ist nämlich, dass alte Bands im Idealfall interessante Alben machen, Alben, die man in Kenntnis des Gesamtwerkes goutieren kann, die aber sonst keinerlei Relevanz haben. Einmal, ein einziges Mal, waren auch New Order an diesem Punkt und zwar 1993: Unter dem Eindruck des nahenden Bankrottes ihres Stammlabels Factory hatte die Band mit "Republic" eine LP geliefert, die nett, aber harmlos klang - Musik, zu der Menschen über 30 ihre Wohnungen putzen. Mit der überraschenden Wiedergeburt 2001 ("Get Ready") hatte niemand mehr gerechnet, am allerwenigsten wohl New Order selber. Und das wäre es, was "Waiting For The Sirens‘ Call" beweisen könnte / müßte; war "Republic" ein Ausrutscher? Oder "Get Ready" ein letztes Aufbäumen vor dem Sprung in die Grube?

Dann kommt das neue Album und wischt solche musikjournalistischen Bedenken locker vom Tisch - bereits das Cover provoziert mit seiner genialen Verknappung des Bandnamens auf die Initialen "NO". Das Intro - knapp 30 Sekunden Keyboardbrausen - macht klar, dass New Order ein weiteres Mal die verschnörkelten Pforten zu ihrer barocken Parkanlage öffnen, einer Parkanlage allerdings in der ewig goldener Herbst herrscht und alle Statuen in Neonfarben angesprüht sind, der nun folgende Opener "Who’s Joe" besticht mit melancholischer Eleganz.

"Hey Now What You Doing" (Arbeitstitel: "Road To Ruin") läßt nicht locker, der Hörer wird unweigerlich in den Bann gezogen, Peter Hooks klassische Basslinien ziehen ihn mit, während am Himmel barocke Keyboards auftauchen und wenn jemand Textzeilen wie "You’ve got to lift that heavy load, you’ve got to get back in control" singen darf, dann diese Band - sie selbst haben es schließlich jahrelang vorgelebt! Der Titelsong verfolgt diesen Pfad weiter und wenn man gerade glaubt, das Muster erkannt zu haben, kommt "Krafty" um die Ecke, die Single mit ihren kinetischen Beats , ruft die Kraftwerk Connection ins Gedächtnis und ändert den Ton des Albums - New Order waren eben schon immer ein Hybrid und ab nun ruft die Sirene mit verstärktem Elektronikeinsatz: "I Told You So" schmuggelt Reggaerhytmik ein (so unauffällig allerdings, dass man zweimal hinhören muss, um diese überhaupt wahrzunehmen!) und kreuzt sie gelungen mit dem Sound der Großstadt bei Nacht - ein einziges Pulsieren unter Neonlicht.

"Morning, Night And Day" bringt sportive Beats und saftige Gitarren, "Dracula’s Castle" ist dann wieder einer dieser typischen Parksongs: Verlorene Klavierklänge und schließlich tanzt DER Bass durch ganze Haufen von bunten Blättern, so lange bis diese sonnendurchflutete Wege hinab trudeln und in den Teich fallen. Dort wecken sie mit ihrem sanften Plätschern Ana Matronic (Scissor Sisters), welche in "Jetstream" prompt den weiblichen Gesangspart übernimmt, aber die Krönung kommt noch und zwar in Track neun! Ein Herzschlag, welcher schneller wird, dann in minimalistische Old School Technobeats übergeht bis schließlich der Sound der Landebahn eines wirklich großem Flughafens in einer wirklich nebligen Nacht entsteht, auf der die Melodien auf und ab gleiten, wie startende und landende Flugzeuge.

Der fast schon unverschämte 70er Discorefrain "I need your love" klebt Dir schneller im Hirn, als Du "New Order" sagen kannst und taucht zB auf, wenn Du im Supermarkt an der Kasse stehst - so ein Song heißt dann kryptisch "Guild Is A Useless Emotion" und wie Ihr sicher erraten habt, kommt diese Zeile nicht ein einziges Mal im Text vor. Das machen New Order gerne, speziell in den Tracks mit den interessanten Titeln: "Everything’s Gone Green", "Blue Monday" oder "Dream Attack". Wenn der Herzschlag verklingt, bleibt Dir die Band direkt an der Gurgel: "Turn" hat dieses Wort tatsächlich im Refrain und eine zum Sterben schöne Melodie, welche stark nach den Smashing Pumpkins der "Adore" Phase klingt - aber wenn man bedenkt, dass in den 80ern ein junger Billy Corgan nach New Order Gigs gerne backstage kam um zu plaudern, hat hier wohl eher eine wechselseitige Befruchtung stattgefunden. Das rumpelige "Working Overtime" beschließt dann den Ruf der Sirene. Gillian Gilbert ist ausgestiegen, für sie kam Phil Cunningham, aber New Order sind die Sorte Band, dass selbst Chris de Burgh kommen könnte und es würde nach New Order klingen - wonach auch sonst?

Fazit: "Waiting For The Sirens‘ Call" ist nicht so rockig ungestüm wie "Get Ready", aber Lichtjahre entfernt von dem AOP (Adult orientated Pop) von "Republic"; es steht eher "Technique" nahe - die Band nutzt modernste Elektronik, um klassische New Order Songs zu schaffen, durch die dann das Licht fallen kann, wie durch ein Buntglasfenster. Der Reiz liegt in den tausenden Details dieser Songs und erfahrungsgemäß wachsen New Order Platten mit der Zeit ins Unermessliche. Sicher: Die Innovation kommt mittlerweile von Anderen, aber so können New Order gerne noch ein paar Jahre klingen - da die Band diesmal zuviel Songs schrieb, haben sie noch acht weitere fertig - es könnte also gar nicht so lange dauern bis zum nächsten Album. Bleibt nur eine Frage: Ist das nächste Album eher "Technique" oder "Republic"?


  WS-Bewertung: 2+ User-Bewertung: 1 Deine Bewertung:
0 Kommentare vorhanden Anmelden und mitmachen!
 
Deine Kritik oder dein Kommentar zu
New Order - Waiting for the sirens’ call
Meinungsbox
Du bist eingelogged als Anonymous
hier deinen Eintrag abschicken


Kurzinfos: New Order

Interesse?



Homepage:
- New Order
- New Order

Artikel:
- New Order - Everything’s gone green

Rezensionen:
- Get Ready
- International
- Waiting for the sirens’ call
- New Order Story
- A Collection

Kurzinfos: Kraftwerk

Kurzinfos: Scissor Sisters

Rezensionen:
- Ta-Dah

Kurzinfos: Smashing Pumpkins

Homepage:
- offizielle Homepage
- Fansite

Artikel:
- Smashing Pumpkins Reunion in der Columbiahalle – From Zero To Zeitgeist

Rezensionen:
- Rotten Apples - Greatest Hits
- Earphoria
- Zeitgeist
- Siamese Dream
- Oceania
- Mellon Collie And The Infinite Sadness (Re-Issue)
- Oceania: Live in NYC

Mediathek:
- Untitled


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

whiskey-soda auf twitter

CD des Monats 08/14
Deine Lakaien - Crystal Palace
Deine Lakaien - Crystal Palace


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information


Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B

Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv

1995-2014 © whiskey-soda.de