Oh mein Gott! Was haben Brainstorm da nur erschaffen?? Die Schwaben haben ja bereits im Vorfeld schon mächtig auf die Kacke gehauen und vollmundig verkündet, dass sie ein wahres Monster kreiert haben. Doch sind wir mal ehrlich: Solche XXL-Anmoderationen sind heutzutage eher normales Geschäftsgebaren und nach den exzellenten Vorgängerscheiben "Metus Mortis" und "Soul Temptation" ist eine derartige Steigerung nicht wirklich mehr möglich. Oder etwa doch? Das Unglaubliche wird wahr, denn Andy B. Franck, Torsten Ihlenfeld, Milan Loncaric und Co. haben mit "Liquid Monster" tatsächlich ein selbiges erschaffen, welches wohl das wichtigste Album bis dato in der Karriere der Band darstellen wird, neue Maßstäbe in punkto deutschem Power Metal setzen als auch das Mainstream-Publikum dank der Single "All Those Words" erschließen könnte. Brainstorm gehen dabei gewohnt hymnenhaft, hart, aber herzlich und melodiös zu Werke, Eingängigkeit wird in der Stahlschmiede weiter groß geschrieben, ins Ohr gehende Kompositionen bedeuten hier nicht Kinderlied-Refrains und die Sangesleistung einer der besten Metalsänger überhaubt, Andy B. Franck, ist erneut als grandios zu bezeichnen: Glasklare vokale Linien, die aber druckvoll und aggressiv klingen und meist im mittleren Stimmbereich angesiedelt sind. Unendliche Doublebass gibt es auf "Liquid Monster" natürlich ebenso wie die wuchtigen Riffs und geradlinigen Arrangements, durch die sich die Band national wie international einen Namen gemacht hat. Wo liegt nun also der Unterschied zu den Vorgängern, die das Monster ausmachen? Brainstorm haben ihre Qualitäten potentiert und erzeugten so Songs, die durch diverse neue Elemente im Bandsound in einer ganz eigenen Liga spielen! Der Opener "Worlds Are Comin' Through" überzeugt durch unglaubliche Wucht und Massivität, stellt aber eine absolute Hymne dar, die besonders von den mehrstimmigen Chören des Andy B. Franck lebt. Ein fantastischer Song! "Inside The Monster" schüttelt die Neuro-Struktur komplett durcheinander und vereint sämtliche Trademarks der Band, herrlich aggressiv-episch. "All Those Words" ist für Brainstorm-Verhältnisse durchaus kommerziell ausgefallen, weist aber dennoch eine gute Portion Härte auf und lebt von einem attraktiven Duett zwischen dem sympathischen Frontmann und Sängerin Carmen Schäfer sowie der Klavierlinie. "Heavenly" zeigt einmal mehr die stimmliche Weite des Herren Franck, eine eindringliche Gänsehaut-Ballade, während „Despair To Drown" als Thrash-Perle dem Fan alles abverlangt. Das Fazit schliesst sich so ganz einfach: "Liquid Monster" ist ein wahres Monster, die Band hat den Mund nicht zu voll genommen und dürfte mit diesem Album wohl die Spitze der nationalen Power Metal-Bewegung eingenommen haben. Und ich denke: mit einer derart homogenen Melange aus Power, Wucht, Aggressivität und Eingängigkeit völlig zu Recht! Bravissimo!