Boss Martians aus den Staaten sind eine Band, die wieder mal voll unter dem Motto "Die netten Jungs von nebenan" läuft. Schöne Popsongs, mit rockigem Charakter und gelegentlichen Punkrockausbrüchen vereinen sich auf ihrer neusten Platte "The Set-Up" zu einem Gesamtkunstwerk. Die vier Jungs aus Seattle haben ein untrügliches Gespür für zündende Songs im Stile eines frühen Elvis Costello oder Nick Lowe. Zwar hat Sänger Evan Foster eher eine nette Surfpunk-Stimme, die sich gelegentlich nicht wirklich durchzusetzen weiß. Aber vielleicht ist dies nicht das Schlechteste, weil die Band sonst zu sehr nach Bands wie den Datsuns oder The Libertines klingen würde. Und gerade in ruhigeren Songs wie "Angela" oder "I Am Your Radio" dürften die Vocals kein Tönchen rougher sein. Auch wenn sich das Album in Amerika über 100.000 mal verkauft hat, was für den Anfang wirklich als stolze Leistung vermerkt werden kann, hat "The Set-Up" leichte Schönheitsfehler. Eine latente Übersättigung an eingängigen Melodien tritt ungefähr in der Mitte des Albums auf. Stücke wie "Never let It Happen Again" sind einfach etwas zu glatt. Aber der Endpart von "He’ll Be Around", in der sich Keyboards und Gitarren zumindest akustisch zertrümmern, verschafft dem Zuhörer die nötige Aufmerksamkeit für die Folgesongs. "Opportunistic Girl" ist eine sichere typische Rock`n`Roll-Nummer im 60th Style, die Parallelen zu Jet-Songs á la "Cold Hard Bitch" oder ähnlichem assoziiert. "Stress Case" hat dann diesen typischen Southern Rock, und gibt der Platte gerade gegen Ende den richtigen Schwung, der absolut überzeugt. In diesem Song legt Evan, der auch bei Boss Martians die Gitarre übernimmt, ein Solo hin, dass in gekonnter Art und Weise alles an die Wand spielt. Das letzte Stück "The Set-Up" schließt die gleichnamige Platte zu einem musikalischen Gesamtwerk ab, dass ähnlichen den Keyboards zwischen den verschiedensten Musikstilen munter rumspringt und letztendlich doch überzeugen kann.