Das ist doch endlich mal wieder irischer Folk-Punk genau so, wie er sein muss! Frech und rotzig, laut und ungeschliffen, flotte Melodien und Rhythmen vorlegend und immer ein bisschen kritisch - dabei am besten tanzenderweise oder feucht-fröhlich zu genießen. Das neue Album der Iren Blood Or Whiskey besticht durch glaubwürdigen Pub-Punk-Charme. Die selbstbezeichneten Wurzeln The Pogues, Rancid und The Clash kommen ziemlich oft durch. Dabei sind Blood Or Whiskey keinesfalls als bloße Kopie oben genannter anzusehen, sie machen ihr eigenes Ding und kommen dabei ziemlich authentisch rüber. Allgemein ist "Cashed Out On Culture" erstmal irgendwo zwischen Flogging Molly und den Dropkick Murphys, mit denen Blood Or Whiskey bereits auf US-Tour waren, anzusiedeln. Traditionelle Melodien und Instrumente wie Tin Whistle, Banjo, Mandoline oder Akkordeon werden von dem in Kildare und Dublin ansässigen Sechstett fröhlich mit rotzigem Punk Rock gemischt. Sänger Dugs Mullooly klingt dabei, als hätte er gerade eine Nacht im Pub und mindestens eine Flasche Whiskey hinter sich - also eben genau richtig um ordentlich ins Mikro zu röhren! Dabei gilt eindeutig das britische Motto "All Killer - No Filler", sämtliche 14 Songs gehen ausnahmslos sofort ins Blut. Parallelen zum Hause MacGowan werden gerade beim Gesang besonders deutlich ... Sich seit 1994 als "erste post-Pogues-Band" zu bezeichnen scheint hoch gepokert, aber angemessen, man kann den Vorreitern musikalisch durchaus das Wasser reichen. Aber das dürfte Shane 2003 - hier waren Blood Or Whiskey gemeinsam mit seiner Band The Popes auf einer zweiwöchigen Tour, die mit dem Holidays In The Sun-Festival endete - wohl selbst schon bemerkt haben.