Langsam und ruhig braut sich da was zusammen, bis schließlich "Straight Hate" wie ein Donnerschlag über einen hinein bricht, als würde es kein Morgen geben. So kann man sich den Anfang des Erstlings von Bloodsimple vorstellen. "A Cruel World" heißt das gute Stück, in dem vier des Quintetts erneut ihr Glück versuchen, welches sie bei ihren Ex-Bands wohl nicht mehr verspürten. Denn Sänger Tim Williams und Gitarrist Mike Kennedy waren Mitglieder der Hardcore-Band Vision of Disorder und Drummer Chris Hamilton spielte unter anderem mit Downset und Crisis, während Bassist Kyle Sanders bei Medication zuvor sein Bestes gab. Aber genug was die Bandgeschichte betrifft. Denn das Debüt dieser Combo bietet Abwechslung, die man bei so manch anderer Platte vergeblich sucht. Songs wie das melodiöse "Sell Me Out" und "What If I Lost It" könnten ihnen einen Zugang zu den nicht ganz so hartgesottenen "Chart-Metallern" ebnen, die beispielsweise auf Linkin Park und Konsorten stehen. Ein weiterer Garant für eine Platzierung in den Charts wäre "The Leaving Song", bei dem man auch in den Genuss von Tims klarer Stimme kommt und, wenn man sich drauf einlässt, langsam in eine Traumwelt entschwinden kann. Ein weiterer Titel diese Traumphase zu erhalten ist "Plunder", der Letzte Song auf "A Cruel World", der das Album langsam und gefühlvoll ausklingen lässt. Doch wer glaubt hier würden nur langsame Stücke vertreten sein, der irrt gewaltig. Denn man merkt dem Album an, dass die Band ihre Wurzeln in doch etwas härteren Gefilden hat. Beste Beispiele hierfür sind der Opener "Straight Hate", der genauso wie "Path To Prevail" und "Falling Backwards" mit trommelfellzerfetzenden Shouts und mehrfach runtergestimmten Gitarren brutalen Neo-Trash mit fetten Riffs liefert à la Machine Head liefert, was sich keinesfalls schlecht, sondern mehr als nur gut ist. Wer also auf eine Mischung aus Metalcore und New Metal gemixt mit einigen Nuancen von Machine Head steht, der sollte definitiv bei dieser Scheibe zugreifen.