Mit ihren bereits erschienenen Alben "My Darkness" (2003) und "4:17 A.M." (2005) konnten die Finnen bereits überzeugen. Sauberer und druckvoller Gothic Metal, düster und melancholisch. Doch schon vor dem Einlegen ihrer neuen, ersten, DVD "The First Chapter", mag man sich fragen, ob es, nach gerade mal zwei Longplayern, schon Zeit ist eine DVD rauszuwerfen. Zu Beginn der DVD bekommt der Zuschauer Einblicke in die Straßenschluchten von Lahti, Finnland, dort nämlich haben die Jungs, mitten zwischen parkenden Autos, Geschäften und Wohnhäusern, 2003 gespielt. Der mitgeschnittene Gig allerdings weiß wenig bis gar nicht zu überzeugen. Während die Band um Gründer und Songwriter Tuomas relativ hüftsteif und bewegungskarg über die Bühne humpelt, mag sich der Zuschauer schonmal über die mäßige Soundqualität, Dolby 2.0-Sound, und die nicht herüberschwappende Atmosphäre des Gigs ärgern. Ihr 47minütiger Auftritt, bestehend aus 12 Songs, umfasst sowohl Nummern ihrer Debüts "My Darkness", so zum Beispiel "Unbreakable", "My Darkness" und "Alone", als auch ihres Zweitwerkes "4:17 A.M.", so zum Beispiel "Seed", "Vengeance" und "My Room". Und, obwohl die düster-harten Klänge der Finnen durchaus Qualität besitzen, mag bei amateurhafter Kameraführung, einem miesen Sound und einem völlig abstrusen Schnitt, keine Freude aufkommen. Anschließend bekommt der Zuschauer dann noch Backstage-Aufnahmen vom Tuska Festival in Helsinki zu sehen, auf welchem die Jungs letztes Jahr spielen durften. Gezeigt werden Aufnahmen von einem feucht-fröhlichen Samstagabend, die im Tavastia Club entstanden. Reichlich sinnlos und ziemlich überflüssig wirkt das Gehampel der Finnen, die sich, dank fehlender Untertitel, reichlich unverständlich auf finnisch amüsieren, und sich, unter anderem beim Urinieren, filmen. Gefolgt werden diese Aufnahmen von einem nächsten Live-Auftritt, Aufnahmen aus ihrem "Rehearsal Room", wo die Jungs beim "Jammen" bespitzelt wurden, alle Gespräche, wie sollte es anders sein, sind natürlich auf finnisch und ohne Untertitel, und dann folgt da noch eine Camcorder-Sightseeing-Tour durch Hamburg, ebenfalls mit finnischem Orginalton, unverständlich, langweilig, verwackelt und sinnlos! Da stellt man sich doch die Frage, wer auf die Idee kommt, eine wenig unterhaltsame, kaum verständliche und billig wirkende DVD für veröffentlichungswürdig und karriereförderlich zu befinden. Für die Band kommt diese DVD sicherlich zu früh, zudem verkaufen sich die ambitionierten Musiker hier leider unter Wert. Was einem aber vielleicht noch schlimmer erscheinen mag, ist, dass manch einer für dieses sinnlose Scheibchen wohl an die 20 Euronen hinblettern wird! Diese DVD ist sicherlich nur etwas für die absoluten Fans von Before The Dawn, die wirklich jedes Material ihrer Band besitzen möchten.