Mit "Trophy" legt die aus Brooklyn, New York, stammende Band Made Out Of Babies ihr Debütalbum vor. Musikalisch bewegt sich das Quartett irgendwo zwischen alternativem Indie-Noiserock mit sporadischen Metalanleihen im Stile von Neurosis als auch im dreckigen Heavyrockbereich der an die Melvins erinnert. Erst kürzlich hatte die Band auch einen Song bei einem Melvins-Tribut-Album beigesteuert. Auf ihrem Debüt "Trophy" verstehen sie es hervorragend schwere, düstere und paranoid anmutende Rocksongs mit dennoch eingängigen, radiotauglichen Hooklines zu produzieren. Dichtes, tiefgestimmtes, verzerrtes, emotionsgeladenes, teilweise disharmonisches Gitarrenspiel ist perfekt auf das Zusammenspiel zwischen Bass, Schlagzeug und Gesang abgestimmt. Die Band vergleicht sich selbst mit: "einem um Klangkontrolle bemühten Hamster, eingesperrt im quietschenden Laufrad." Man sollte denken dies sei eine Übertreibung sondergleichen, bis man die schmerzverzerrten Gitarren hört; ein Klang der wie Fingernägel auf einer Tafel anmutet. Was Made Out Of Babies aber wirklich von allen anderen Bands des Genres unterscheidet ist ihre durchgeknallte Sängerin Julie Christmans. Mal wimmert sie wie ein vom Teufel besessenes Kind und man ist bewegt einen jungen und einen alten Priester zu rufen ("Ire Fire"), mal kreischt und tobt sie wie eine brennende Hexe, mal bahnt sie sich ihren Weg sirenengleich durch die dichten Grooves der Band ("Herculoid"). In ruhigen Strophen erinnert Julies Gesang an Björk ("Out…"), manchmal sogar an PJ Harvey ("Sugar"). In härteren Passagen wiederum glaubt man es mit der Reinkarnation einer modernen Wendy O. Williams oder gar mit den Frontfrauen der Distillers und der Yeah Yeah Yeahs zu tun zu haben. Wie Säure zieht sich Julies vielseitiges Organ durch "Swarm" und "Loosey Goosey’s" und ist gerade deshalb essentieller Bestandteil der Musik. Derart essentiell, dass die Riffs für sich alleine gestellt ohne Julies Stimme, bzw. mit jeder anderen Sängerin nicht funktionieren würden. Ein insgesamt sehr vielversprechendes Debütalbum, gleichwohl ich mir ein Livekonzert der Band um einiges intensiver und leidenschaftlicher vorstellen kann als die vorliegenden Studio-Aufnahmen des Albums. Aber das kann jeder von Euch selbst herausfinden, die Band kommt laut Plattenfirma noch in diesem Herbst nach Europa auf Tour. (Review geschrieben von Christian Rottstock)