Ööhm, wollen jetzt Iron Maiden nach jedem neuen Studioalbum ein Livealbum nachschieben?? Kam nach „Brave New World“ das superbe „Rock In Rio“ folgt jetzt auf das „Dance Of Death“-Werk „Death On The Road“, aufgenommen in der Dortmunder Westfalenhalle am 24. November 2003. Gut, viele werden sich jetzt sagen, warum soll ich mir das x-te Maiden-Live-Album zulegen? Hier die Antwort: Zum einen unterscheidet sich die Songauswahl beträchtlich zum Live-Vorgänger, nahezu alle Klassiker sind dabei und die „Dance Of Death“-Stücke klingen vorliegend weitaus lebendiger als bei der etwas staubigen, blutleeren Produktion des Albums. Doch nun zum vorliegendem Produkt, logisch, Maiden steigen mit „Wildest Dreams“ sowie klassischem Intro ein, wobei ja der Song nicht unbedingt der stärkste ihrer Karriere ist. Klingt aber durch die sehr gute Liveproduktion dennoch gut. „Wrathchild“, „Can I Play With Madness“ und „The Trooper“ sind Allzeit-Klassiker, Garanten für ein gelungenes Konzert und wer die nicht mitsingen kann sollte bespuckt werden. „Dance Of Death“ in feiner Zehn-Minuten-Version als auch alle anderen neuen Songs sind zwar wesentlich gemäßter als die Klassiker, überzeugen dafür aber live durch atmosphärische Dichte, Dramatik und einer noblen dunklen Note sowie zahlreiche neue düstere Sprach-Intros. Dieser Analyse schließen sich ebenso „Paschendale“, „No More Lies“ oder „Journeyman“ an. Konnte man vorweg Bedenken haben, wie diese Stücke mit dem stürmischen Altmaterial harmoniert kann diese ruhig weggewischt werden. Sehr stark! „Hallowed Be Thy Name“, „Fear Of The Dark“, „Iron Maiden“ und natürlich „The Number Of The Beast” als auch “Run the The Hills” kommen an, das Publikum geht mit und auch der Hörer ist glücklich. Ebenso hätte man sich neben den auf Livealben lang nicht mehr gesehenen Versionen auch über den ersten offiziellen Live-Mitschnitt vom genialen „Lord Of The Flies“ freuen können, nur hat dieses Stück durch die überhaupt nicht getroffenen Gitarreneffekte als auch Bruce Dickinsons viel zu hoher Stimme bei weitem nicht den Charme des Originals mit Blaze Bailey. Trotz dieses Mankos und vielleicht den etlichen weiteren fehlenden Klassikern der Band wie „The Clansman“, „Where Eagles Dare“ oder „Powerslave“ überzeugt das Doppelalbum auf ganzer Linie, gerade durch die neuen Songs. Und Maiden können ja auch nicht mehr vier Stunden durchspielen, man ist ja doch schon weit jenseits der 40. Da kann man den einen oder anderen fehlenden Song verschmerzen.
MAIDEN! MAIDEN!!!!