Wenn sich Stile weiter entwickeln kommt dabei, wenn man Pech hat, etwas komplett Ungenießbares heraus. Hat man aber Glück, entdeckt man ganz neue Ufer und Horizonte. Beecher aus Manchester sind so ein Fall. Sie spielen mit den bereits vorhandenen Genres. Basis für ihr Schaffen bildet im Grunde moderner Hardcore. Dieser kommt aber nur in seinen Grundzügen und seiner Kraft dazu sich zu entfalten. Ständig wird er unterdrückt von mathematisch verfrickelten Metalriffs, um sich dann in extrem in die Länge gezogene fast schon episch anmutende Ergüsse zu verlaufen. Gut, dass sich Hardcore in chaotisch mathematische Einzelteile zerlegen lässt haben schon Bands wie The Dillinger Escape Plan gezeigt. Das einzige Problem das dabei entstand ist, dass die Musik dann nur noch sehr schwer zugänglich und nachvollziehbar wird und durch komplett fehlende Melodien teilweise einfach keinen Spaß mehr macht. Auf der anderen Seite gibt es auch schon reichlich Bands, die den Hardcore für sich so abgewandelt haben, dass dabei beinahe weltuntergangsähnliche Musikgebilde entstehen. Beispielsweise Neurosis oder Cult Of Luna schaffen es immer wieder durch ihre Werke die tieferen Schichten der Seele anzusprechen und zu bewegen. Beecher haben es auf ihrem zweiten Longplayer "This Elegy, His Autopsy" geschafft genau diese beiden musikalischen Weiterentwicklungen des Hardcore zu verbinden. Teilweise zerstückeln Beecher ihre Songs in ein an Chaos erinnerndes Trümmerfeld. Genau an der Punkten, an denen es dann anfängt zu schmerzen bekommt die Band die Kurve und baut dann doch noch melodische Elemente ein, so dass auf den bereits angestauten Schmerz aufgebaut wird. Die Bandbreite geht dabei wirklich von hartem Mathcore über Deathmetal über sehr rockige, fast schon punkige Sounds bis hin zu apokalyptischen Klängen. Bei genau dieser Mischung sollte man auch vermuten, dass Beecher nur ernsthafte düstere Themen verwenden. Betrachtet man jedoch Titel wie "It's Good Weather To Wear Leather" oder "The Womaniser And The Alcoholic" merkt man schnell, dass Beecher was ihren Humor angeht typische Engländer sind. "This Elegy, His Autopsy" ist definitiv eine Scheibe, die schon eine klare Trendansage ist, wohin sich der moderne Hardcore in der nächsten Zeit entwickeln könnte. Dazu kommt, dass gerade die Mischung der Stile dieses Album so zugänglich nicht nur für die Ohren macht. Hier einzelne Songs herauszuheben würde wenig sinn machen, denn gerade bei dieser Ansammlung von Chaos und Epos spielen Namen und Reihenfolgen keine große Rolle.