Wer hier was großartig Neues von Bongzilla erwartet, der wird leider enttäuscht! Aber darauf legen es die vier Jungs aus Madison/Wisconsin auch garnicht an. Mit ihrem neuen Album "Amerijuanican" wollen sie uns wieder mal zeigen, wo die Haschpfeife hängt. Denn auch ihre fünfte Scheibe für Relapse Records bricht nicht mit dem einst eingeschlagenen Weg. Auch hier dominieren tiefergestimmte Gitarren die sich extrem heavy mit dem schleppendem Beat des Schlagzeugs und dem kehligen Gesang von Sänger Muleboy ergänzen. Dass der Nachfolger zu "Apogee" bereits nach einem Jahr erscheint, ist der großen Spielfreude und der hohen Output-Rate geschuldet. Dem geneigten Hörer sollte schon beim ersten Riff deutlich geworden sein, dass diese Band Black Sabbath als ihre Vorbilder auserkoren hat. Daraus resultieren auch die verdammt groovigen Akkordfolgen und das perfekt darauf abgestimmte Schlagzeugspiel, dass hin und wieder auch kleine Ausbrüche zulässt. Die Produktion weiß durch gute Differenzierung der einzelnen Instrumente zu Überzeugen. Nur der Bass ist naturgemäß bei so tiefen Gitarren nicht mehr ohne Weiteres zu erkennen. Was beim Hören auffällt, ist die Langatmigkeit einzelner Riffs, die oft bis zum letzten Ende ausgereizt werden, was aber zum Anspruch der Platte passt. Es geht hier nicht darum, Neues zu erfinden, oder abwechslungsreiche Musik zu kreieren, sondern darum den Marihuanarausch hörbar zu machen. Und dazu bedarf es auch dieser vielen Wiederholungen um eine Art Trance entstehen zu lassen. Ansonsten ist die Marschrichtung schon durch die Vorgängeralben klar definiert: "All other 'Stoner Rockers' are fakes! Bongzilla are the real deal!" Zur Vollendung des Gesamtkonzepts gibt es auch Texte, die ihre inhaltliche Verwandtschaft zum grünen Kraut schon teilweise durch ihre Titel bezeugen. Als Beispiele seien da benannt, der Titeltrack "Amerijuanican", das dynamische "Weedy Woman" und das ultrahypnotische "Stonesphere". Gitarrist und Sänger Muleboy erklärte in einem Interview, was für ihn ein "Amerijuanican" ist: "Born in the USA, an Amerijuanican by the grace of God!" und "Unsere Vorväter waren 'Amerijuanicans'! Es ist Zeit gerade zu stehen für das woran wir glauben und 'Amerijuanican' klingt laut und klar, wie ich fühle!" Für den, der sich gerne dem musikalischen Rausch hingibt und dabei Wert auf lustige aber teilweise klischeebehaftete Lyrics legt, dem sei das Werk wärmstens ans Herz, oder die Lunge gelegt. Das Gesamtbild der Scheibe weiß zu überzeugen und Cover, Musik und Gesang gehen eine stimmige Fusion ein. Für Vinylliebhaber gibt es vorerst vier verschiedene Auflagen. Die ersten 100 Stück gibt es in Klarsicht-Vinyl, aber im regulären Handel nicht käuflich zu erwerben. Die nächsten 100 gibt es nur über den Relapse-Mailorder in Grüner Farbe, die folgenden 300 als weiße LP und die letzten 500 in der 180 Gramm Version. Im November kann sich auch jeder selbst ein Bild von den Livequalitäten machen. Denn es wird eine massive Tour mit Orange Goblin durch Europa geben, wo sicher auch in eurer Stadt ein Halt gemacht wird! (Rezension geschrieben von Krawi)