Es ist echt erfrischend sich die Musik von Bullet Train To Vegas anzuhören. Mit "We Put Scissors Where Our Mouths Are" erschien nun das Debut-Album der 2001 gegründeten Band aus Süd-Kalifornien. Vorher gab es nur die schnell vergriffene "Profile This"-EP. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Beständigkeit im Lineup, nahm die Band erst richtig Form an, als Sänger und Gitarrist Dan Sena auf Bassist Greg Horton, Gitarrist Erik Bailey und Drummer Martin Cornish traf. Nach einiger Zeit kam dann Produzent Alex Newport (At The Drive-In, Mars Volta, Ikara Colt) auf die vier zu, nachdem er auf ein Demo der Band stieß, um ihnen den passenden Sound zu verpassen. Es dauerte auch nicht lang ein Label für den neuen Sproß zu finden. Kurz nachdem sie eine ungemasterte Kopie der Aufnahmen zu Nitro Records schickten, wurden sie gesigned. Außerdem teilten sie auf ihren vielen Konzerten die Bühne mit Acts wie Bloc Party, JR Ewing, The Blood Brothers, The Bronx und vielen anderen. "We Put Scissors Where Our Mouths Are" klingt anfänglich wie eine Mischung aus Refused und The (International) Noise Conspiracy, entwickelt aber im Laufe der gut 30-minütigen Spielzeit eine sehr eigene Note. Die eben gemachten Vergleiche sind zumeist auf die Stimme und die innovative Musik gemünzt, nicht aber auf die Uneigenständigkeit. Denn uneigenständig ist diese CD, weiß Gott, nicht. Die Produktion ist, passend zu dem DIY-Post-Hardcore, recht rau und wild. Glattgebügelt sind hier höchstens die T-Shirts. Der Gitarrenstil erinnert durch die auf den Punkt gebrachte Schärfe im Anspiel der Saiten und den frenetischen "Entgleisungen" bei einigen Riffs an Bands wie Gang Of Four und Wire. Das Schlagzeug fährt einen sehr rockig-groovigen Kurs. Unterstützt wird es dabei vom Bass, der der Rhytmussektion erst den richtigen Biss gibt. Nur der recht hohe Gesang von Dan Sena wirkt nach mehreren Durchläufen etwas nervig, was aber dem guten Gesamteindruck nur wenig anhaben kann. Die ganze Platte lebt von ihren Dynamikwechseln und der sehr energiegeladenen Grundstimmung. Es gibt leider, oder zum Glück keinen Song der aus diesem Schema herausfällt. Das ist eine Scheibe mit einigen Schönheitsfehlern, aber mit jeder Menge Energie und Dynamik. Mit solchem Output braucht man sich nicht hinter Scenegrößen wie Billy Talent verstecken. Und wenn man noch dazu nimmt, dass es sich hierbei um ein Debut handelt, fällt der Gesamteindruck recht positiv aus. Wenn es für die Jungs so weitergeht, dann sollte man bald mehr von ihnen hören. Vielleicht gibt es ja dann auch mal ein paar Konzerte in unseren Landen. Denn in Europa machen sie sich im Moment noch etwas rar. (Rezension geschrieben von Krawi)