Diesmal haben sich Sieges Even nicht auf technisches Equipment verlassen, um ihre Songs aufzunehmen. Anstelle eines genauen Metronoms hat man sich auf das eigene Takt-Gefühl orientiert und einen Großteil der Songs auf ihrem neuen Album "The Art Of Navigating By The Stars" live im Studio eingespielt. Gerade beim technisch höchst anspruchsvollen und songtechnisch komplexer Musik kann diese altmodische Herangehensweise absolut befreiend wirken und dem Gesamtwerk ein bedeutend harmonischeres und weniger steriles Erscheinen geben. Somit gelingt es den beiden Holzwarth-Brüdern Oliver und Alex diesmal wunderbar ihr von der ersten bis zur letzten Note durchdachtes Album mit genügend Harmonien so umzusetzen, dass man zwar schon beim ersten Hören die ersten Melodiebögen mitsummen kann, aber es selbst beim hundertsten Durchlauf noch jede Menge neuer Zusammenhänge und Themenvariationen zu entdecken gibt. Vielleicht liegt es auch an der Rückkehr ihres ehemaligen Gitarristen Markus Steffen, dass die Musik wieder eingängiger wurde, ohne dabei in irgendeiner Art Uninteressant zu werden. Zudem gibt es auch beim neuen Sänger Arno Menses nichts zu meckern und in genauso hohen Tönen, wie er singen kann, werden Kritiker auch ihre Lobreden halten müssen. Alles in Allen ist "The Art Of Navigating By The Stars" ein großartiges Comeback-Album nach acht langen Jahren und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung - zwar kein Meilenstein auf ihrem Lebensweg als Progressive-Rock-Band, aber dafür ein wichtiger Wegweiser für die eigene Zukunft!