Bruce Turgon also. AOR-Kenner werden natürlich sofort aufhorchen. Der Mann spielte bereits in den 60ern mit Mick Jones und Lou Gramm, gründete später die sagenumwobenen und viel zu schnell wieder verschwundenen Shadow King und gehörte schließlich auch zu Foreigner. Nun wandert er wieder auf Solo-Pfaden und präsentiert ein Album, dessen Material teilweise für den Schattenkönig vorgesehen war. Aber ist "Outside Looking In" wirklich so gut geworden? Der Opener "Living A Lie" ist wirklich ein absoluter Knaller. Doch leider bleibt es fast der einzige. Weitere Nummern wissen zwar zu überzeugen, aber nicht mitzureißen. Da gibt es den atmosphärischen Titelsong mit unspektakulärem Refrain. "Weapons Of Love" hat ein cooles treibendes Schlagzeug, hingegen keine Melodie, die im Ohr bleibt. Wirklich hervorzuheben sind nur noch die "Heart So Strong" und "Where Do We Go From Here", zwei astreine, richtig schöne Balladen. Für "Outside Looking In" hat Bruce seine alten Freunde und Weggefährten eingeladen. Da tummeln sich Lou Gramm, Tom Gimbel und Ricky Phillips als Backgroundsänger, und Ronnie Montrose steuert ein Solo bei. An den Drums sitzt der ehemalige Heart- und Montrose-Mann Denny Carmassi. Es gelingt trotzdem nicht, das Album in höchste Spähren zu heben. Zwei Hits machen kein Spitzenalbum. So erweist sich "Oustide Looking In" als glatt polierte AOR-Platte mit sauberen Basslines und schöner Atmosphäre, die aber leider viel zu oft einfach so dahin plätschert.