Hinter klischeegeschwängertem Bandnamen und schaurig gemachten, aber irgendwie doch stimmungsvollem Cover verbirgt sich bei The Mystery und ihrem Debüt „Scars“ überraschenderweise eine kleine, feine laut Eigenbeschreibung female fronted Melodic Metal-Perle , die nach dem Intro mit „Vengeance Is Mine“ einen echten Hit mit Ohrwurmqualitäten bietet, der seit Tagen meinen Player blockiert. Die Band rockt hierbei amtlich nach vorn, zeigt, dass Melodic Metal auch, Verzeihung Denise, Eier haben kann und überzeugt mit toller Melodielinie. Sängerin Denise Olbrich macht dazu nicht die übliche gut aussehende aber eigentlich belanglose Träller-Else sondern agiert mit überzeugendem, angenehm rauen Timbre der Marke Doro, welcher im Refrain richtig zündet. Zudem kommt sie optisch nicht allzu klischeehaft daher, sondern punktet durch perfektes Styling und Stil. Nur mal so angemerkt, obwohl es nichts mit der Musik zu tun hat. Die weiteren Songs dieses guten Debüts halten zwar nicht ganz die Klasse des Openers, fallen aber nicht wirklich ab, überzeugen durch eingängige Melodien, Gefühl und eine gute Portion Härte. Einzig die doch extrem ausgelutschten Songtitel („1.000.000 Light Years Away“, „Hells Gate“) hat man schon zigmal gehört und auch die Produktion erscheint etwas blutleer, würden hier die Gitarren mehr krachen und das Schlagzeug mehr Druck ergeben, wäre sicherlich eine höhere Bewertung drin gewesen. So bleiben Songs, die insgesamt gut sind bzw. handwerklich herüber gebracht werden, aber nicht das Rad neu erfinden, nicht wirklich überzeugende, stereotype Texte in einer Produktion, die zwischen professioneller Demo-Aufnahme und alten Doro-Platten pendelt, auf der anderen Seite aber unterhaltsames Material, eine wirklich gute Sängerin und einen richtigen Hit. Was bleibt ist also ein Debüt, das Licht und Schatten hat, aber trotzdem getrost weiterempfohlen werden kann!