Wow! Die hämmernden, elektroverstärkten Drums hauen einen förmlich aus der Bahn, während diese atmosphärischen Synthesizer-Klänge den Hörer in fremde Galaxien versetzen. Zugegeben, das klingt ziemlich übertrieben und etwas pathetisch. Aber es gilt auch nur für "To Love You", den sensationellen Opener des neuen Bad Habit-Albums "Hear-Say". Leider! Denn keiner der restlichen Songs aus dem Dutzend erreicht auch nur annähernd dieses Niveau. Während mit "I Swear" noch ein ähnliche Nummer vertreten ist, tut sich bei "All That I Want" ein erstaunlicher Kontrast dazu auf. Mit dem arg computerisierten Schlagzeug und der simpel fröhlichen Melodie erinnert es erschreckend an deutsche Schlagermusik. Und, oh Gott, "Walk Of Life" hat obendrein die Wolfgang-Petry-Gitarre! "I Can't Help Myself" gehört in dieselbe Kategorie. Das Album begann doch so vielversprechend! Noch verrückter: "Reason" beginnt wie Rammstein, mit richtig düsterem Riffing, wird dann mal ein AOR-Song, der allerdings mit den nur für Industrial Metal typischen Beats dermaßen überlagert ist, dass er ungenießbar wird. Nebenbei sei bei all den Vergleichen mit deutschen Interpreten angemerkt, dass Bad Habit in New York gegründet wurden. Die Vorbilder sollten vor allem Journey, Toto und Van Halen sein! Doch davon ist auf dieser Scheibe kaum etwas zu hören. Leider ist hier der Bandname Programm. Zu den schlechten Angewohnheiten auf "Hear-Say" gehören überpräsente Industrial-Drums und die chaotische Verwendung diverser Soundelemente. Sieht man von den banalen Balladen ab, kann man den Songs (als solche) zwar eine gewisse Qualität nicht absprechen. Doch die hoch-technisierte Umsetzung macht das meiste kaputt. Dass dieses Album, wie versprochen, die AOR-Liebhaber begeistern wird, ist deshalb zu bezweifeln.