Und hier haben wir es: Das am sehnsüchtigsten erwartete Debut einer britschen Band seit...(Setzt einfach 'ne Band Eurer Wahl ein!). Die Arctic Monkeys sind eine der Wenigen, denen man nicht den Vorwurf machen kann, auf dem Album einfach die Singles zu wiederholen, sie machen das natürlich auch, aber da ein Großteil des hier enthaltenen Materials ohnehin seit Monaten in Demoform gratis von der Homepage der Band gezogen werden konnte, gibt es keinen Grund zur Beschwerde. Die Frage, wie die Jungs denn nun auf ihrem Album klingen würden ist nun endlich beantwortet, die Demos wiesen nämlich in so unterschiedliche Klangrichtungen, dass es bis zuletzt spannend blieb, welche "Tendenz" nun die Oberhand behält oder ob man einfach die Ween-Variante wählt und ein Debut wie ein Mixtape (Motto: "Neueste britische Gitarrenmusik") abliefert. Hat man nicht und so pendelt sich "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" sehr homogen ganz in der Nähe von Razorlight und The Libertines ein, wo diesen Truppen jedoch immer ein Element des holpernd Rumpligen anhaftet (ganz zu schweigen von Babyshambles!) überraschen die Arctic Monkeys mit sehr tightem, teilweise amerikanisch klingendem Riffing. Ob das wirklich – wie man kürzlich dem NME weismachen wollte – daran liegt, dass sie verstärkt Parliament und Curtis Mayfield hören oder ob da in den frühen Neunzigern nicht doch zuviel Teenspirit über das elterliche Radio in gewisse Kinderzimmer geströmt ist? Vielleicht liegt dieser kraftvolle Sound einfach auch an Jim Abbiss, der sich in letzter Zeit zu einem der besten Produzenten entwickelte und völlig egolos vorgeht – egal ob er Kasabian, die Editors oder eben die Arctic Monkeys produziert, es klingt nie nach einer Handschrift, sondern passt sich immer dem Sound der jeweiligen Band an und betont die Stärken. Wie dem auch sei – Fakt ist, dass man " Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" problemlos nach "Badmotorfinger" abspielen kann, ohne dabei einen Kulturschock oder das Gefühl von Schwindsucht zu bekommen und das würde mit The Libertines oder Razorlight so nicht hinhauen. Ob Arctic Monkeys allerdings ein ähnlich stilbildendes Album erschaffen haben wie Soundgarden anno 1991 muss die Zeit zeigen, wahrscheinlich sogar eher nicht, aber wie viele Bands schaffen das schon und ausserdem: Würde es rund um die Uhr immer nur darum gehen innovativ zu sein, könnten wir wohl alle unsere Jobs kündigen. Was sie aber definitiv geschafft haben ist ein unterhaltsames Album ohne Ausfälle, aber mit einigen Höhepunkten. Mag sein, dass Ober-Monkey Alex Turner uns in zehn Jahren mit einem depressiven Akkustik-Solo-Album beglückt ("Confessions Of A Teenage Idol Part 1"), im Hier und Jetzt sehen sie auf jeden Fall verdammt gut auf dem Dancefloor aus und wenn sie sich nicht ganz blöd anstellen, könnten sie dort einige Runden drehen.