Mit dem neuen Blackmail Album "Aerial View" geht es einem ein bisschen wie mit dem letzten Album der Queens Of The Stone Age, auch wenn das natürlich musikalisch überhaupt kein Vergleich ist. Aber mit ihrem 2003 erschienenen Album "Friend Or Foe" haben die Koblenzer einen derartigen Meilenstein in ihrer eigenen Bandgeschichte gesetzt, der mit "Areal View" nur schwer zu toppen ist. Doch auch wenn dieses nicht so stoner-lastig ist wie das letzte, hat Blackmail der Wechsel vom Majorlabel Warner zum kleineren City Slang nicht geschadet. Das inzwischen fünfte Album der Knaben, barzt Sixties Psychedelic daher und auch der Bass brummt, dass es eine wahre Freude ist. Und die vielen hübschen Überraschungen, wie zum Beispiel der Bläserchor in "Couldn't Care Less". Und diese Stimme, die teilweise wie eine Mischung aus Brian Molko und Dave Grohl klingt, ist purer Sex! Schade nur, dass "Aerial View" schon nach knapp 40 Minuten vorbei ist. Und noch wesentlich mehr schade ist es, dass Bands wie Blackmail nur in einer recht reduzierten Gemeinde von Hörern wahrgenommen werden und in der deutschen Musiklandschaft viel zu wenig derartig gutes zu hören ist. Denn Blackmail sind einige der wenigen deutschen Bands, die völlig ironiefrei geliebt werden können.