An der Wahrheit sind wir alle interessiert. Bleeding Through behauptet von ihrem neuen Album "The Truth", dass es schneller und melodischer geworden sei, dabei nicht an Härte verloren habe. Sie sagen auch, dass dieses Album als der gestreckte Mittelfinger gegenüber der Hardcore-Szene zu verstehen sei. Und sie sind der Meinung, dass die Szene - die sie selbst einst mit kreiert haben - schon viel zu überfüllt und damit unüberschaubar geworden ist. Wahr ist, dass einiges mehr an Keyboard-Sounds durch die harte Oberfläche schimmert als auf dem letzten Album. Lieder wie "Kill To Believe", "Love Tn Slow Motion" und "Return To Sender" fallen auf, weil sich ihre eingängige Refrains gleich in der Ohrmuschel zu Hause fühlen. Andere Lieder wie "Confession", "For Love And Failing" und "Hollywood Prison" preschen dafür mit hartkerniger Gewalt nach vorne. Ein Rammbock, der aber nicht ganz seinen Weg findet. Überraschend ist auch der Gastauftritt von Nick 13 (Tiger Army), der mit traurig-zerstörter Stimme den Refrain des Songs "Dearly Demented" zum Besten gibt. Gefrickelte Gitarren über einer hämmernden Bass-Drum und der typisch orchestrale "Höllenorgel"-Sound im Song "Tragedy Of Empty Streets" erinnern stellenweise sogar an Dimmu Borgir. Auch die weichen Töne werden bedient, mit „Line in the Sand“ versucht man sich an einer Ballade, die düster ruhig anfängt, dann aber einen Gang hochschaltet und sogar ein Gitarrensolo zu bieten hat. Ein schönes Album, wenn man nicht auf der Suche nach Neuem ist. Dennoch sollte die Hardcore-Szene wieder mal aus den Puschen kommen und mehr Innovationen bieten, wenn man vermeiden möchte, dass man die Bands nur noch anhand ihrer Refrains unterschieden kann. (Rezension geschrieben von Ralph Striebinger)