Nach Journey hat nun mit Toto der nächste AOR-Flaggenhalter aus Amerika den großen Labels den Rücken gekehrt, nicht zuletzt, um frei aufspielen zu können. Als sehr viel progressiver hatte Steve Lukather "Falling In Between" angekündigt. Und neben einem Großteil der Originalbesetzung wurden Zwischendurch-Sänger Joseph Williams und Jethro Tull-Flöte Ian Anderson eingeladen. Neugierig macht das allemal. Der Titelsong hält dann zunächst, was Lukather versprochen hat. Damit hat sich das Progressive aber im Prinzip schon erledigt. Es geht zurück in bekannte Gefilde. Sein Intro klingt zwar wie die Übergangsmelodie einer Großstadt-Sitcom, aber "Dying On My Feet" ist so eine typische AOR-Nummer, die Lukather und Co. im Prinzip auch 1986 geschrieben haben könnten. "Bottom Of Your Soul" kann es sogar fast mit den großen Klassikern aufnehmen. Schön! Auch "King Of The World" oder "Simple Life" sind stilistisch nicht so sehr von früheren Werken der Band zu unterscheiden. Lukather hat also übertrieben, aber wen stört's? Zwischendurch wird es mit "Let It Go" mal etwas funky, bevor es kurz vor Schluss noch die ultimative Begleitmusik zur Taufe gibt. "Spiritual Man" ist der schönste Song des Albums, eine großartige Ballade über die Selbstfindung. Der große Knall blieb aus, die angekündigten Veränderungen sind kaum spürbar. Aber Hand aufs Herz, ein klassisches Toto-Album macht ohnehin mehr Spaß, als es von irgendeiner progressiven Neuorientierung zu erwarten war. "Falling In Between" ist daher die gelungene Rückkehr einer großen Band zu dem, was sie am besten kann, zu gutem, melodischen Mainstream-Rock. Und der gefällt.