Mit einem guten Debüt warten Benedictum aus San Diego auf, aus dem Dunstkreis der Stadt erwartet man sicherlich den derzeit so hippen NWoAHM oder irgendeinen Surfrock, aber nicht die Art von Musik, die der Fünfer zelebriert. Benedictum orientieren sich an keinen geringeren als Warrior, Rough Cutt und Psychotic Waltz und haben sich somit treibenden, melodie-orientierten Heavy Metal verschrieben. Als Dio-Gitarrist Craig Goldy die Band in ihren Anfangstagen hörte, empfahl er seinem Kumpel Jeff Pilson (Ex-Dio, Dokken) die Combo, der die Fähigkeiten erkannte und ein Drei-Track-Demo produzierte, mit dem schlussendlich auch der begehrte Plattenvertrag unterschrieben wurde. Soweit die Vorgeschichte und die Wirksamkeit von Vitamin B. Die stimm- und brustgewaltige (wenn man dem Backcover Glauben schenken darf...) Sängerin Veronica Freeman überzeugt nicht nur optisch, sondern vor allem stimmlich, dass hier eine weibliche Vertreterin der Vokalabteilung am Werke ist hört man nicht wirklich. Mit diesem Organ macht die gute Veronica so manchem etablierten männlichen Kollegen Konkurrenz und Feuer unter dem Allerwertesten. Kraftvoll, rau und tief röhrt sich Mrs. Freeman durch die elf Songs, unterstützt von kehligen Chören ihrer Kollegen. Gitarrenkollege Pete Wells, mit dem sie bereits zu Malady-Zeiten agierte, legt ein hartes Brett hin, garniert mit feinen Soli, die man grob der Gilde US-Power Metal-Größen zuordnen kann. Epische, aber zurückhaltende Keyboards und eine pumpende Rhythmussektion komplettieren den feinen, modernen und dunklen Ami-Metal. Der Opener und Titeltrack schmettert munter nach vorne mit eingängigem Refrain, das selbstbetitelte „Benedictum“ schlägt in die gleiche Kerbe, das majestätische „Misogyny“ glänzt durch Keyboardarbeit und monumentales Riffing und mit „Heaven And Hell“ wird zudem noch ein sehr stimmiges Black Sabbath-Cover geboten. Freunde des Heavy Metal aus Übersee und der dunkleren Ausrichtung dürfen Benedictum getrost einmal anchecken.