Belle & Sebastian sind selbst für Indie-Popper eine Band wie Lakritze - entweder man ist süchtig, oder es wird einem schlecht. "The Life Pursuit" ist natürlich Pop, und zwar in seiner reinsten und perlendsten Form. Noch retrolastiger als auf den Alben zuvor blubbert die Musik in großen, beatleligen, bunten Kaugummiblasen aus den Boxen und man spürt ganz eindeutig, dass dieses Album unter der Sonne Kaliforniens, in Los Angeles, aufgenommen wurde. Songs wie "Another Sunny Day" oder "Song For Sunshine" beweisen das ziemlich eindrücklich. Prinzipiell ist dieser Sprung weg vom klassischen Indie Geweine natürlich prima, auch das bisher eher zarte Stimmchen des Sängers Stuart Murdoch zeigt viel mehr Kraft. Das merkt man besonders in "The Blues Are Still Blue", welches schon ganz schön T.Rex verdächtig vorbeimarschiert. Überhaupt ist "The Life Pursuit" dermaßen gut gelaunt, dass man irgendwann entweder auch anfängt begeistert mit dem Kopf zu wippen - oder genervt ausschaltet. Eingefleischte Belle & Sebastian-Fans werden in diesem Album ganz sicher eines der besten der Bandgeschichte sehen. Derjenige, für den Belle & Sebastian immernoch Neuland ist sollte sich bewußt sein, dass dies feinster Mädchenpop ist und wem bei dem Gedanken an bunteste 60s Retromusik die Haare zu Berge stehen, der sollte "The Life Pursuit" fernbleiben. Alle anderen werden es lieben.