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Malpractice bedeutet frei übersetzt: "gewissenloses Praktizieren" oder "Kunstfehler"... Wie die finnischen Jungs auf diesen Namen gekommen sind, ist bei dem musikalischen Potenzial der Band unklar. 1994 in Kuovola, Finnland, gegründet, erschien '98 das erste Album "Of Shape And Balance". Seitdem ging ihre Entwicklung von Thrash zu Progressive-Metal über und scheint abgeschlossen. Zugeben, für eine skandinavische Band eher untypisch, da diese meist mit Melodic Death bzw. Melodic Metal in Verbindung gebracht werden. Die Jungs haben irgendwann ihren Stil gefunden und lieferten eben jetzt ein neues Werk, ganz in der Tradition des Progressive ab.
Die neue Scheibe "Deviation From The Flow" wartet mit Überraschungen auf, ist nie langweilig und trotzdem mit Songstrukturen gespickt, die man nicht schon hundertmal gehört hat. Das Songwriting ist durchdacht, hat zum Teil Hitpotenzial, dass es radiotauglich ist, wird nach dem ersten Durchlauf klar.
Das technische Niveau der Songs ist hoch, was eigentlich immer von Bands aus Skandinavien zu erwarten ist. Die Messlatte wird halt aufgrund anderer vorzüglicher Akteure aus Finnland hochgehalten, Malpractice können da locker mithalten. Der Gitarrensound ist hart und sicher auch metallastig; Geknüppel darf man nicht erwarten. Allerdings, Hörer die bei Progressive an Dream Theater usw. denken, werden enttäuscht sein. Breite, im Studio ausgefeilte Arrangements, wurden in den Silberling nicht verewigt.
Alles in allem kommen eine filigrane und schnelle Leadgitarre, die Songs allesamt mit melodiösen Refrains und abwechslungsreichen Harmonien daher. Sänger Mika Uronen hat nicht die ganz große Metalröhre, sie ist aber gut angepasst an das zu bewältigende Songmaterial. Hervorzuheben ist vor allem der letzte Track ("Fragile Pages"), der mit einem musikalisch sehr interessanten Intro aufwartet, mit einer Länge von fast 10 Minuten ein Feuerwerk von Einfällen loslässt und einfach alles hat, filigrane Gitarren, ausschweifender Gesang, praktisch ein Resümee des gesamten vorangegangen Materials.
Ein gutes Album von einer noch unbekannten Band, in dem das Potenzial für noch mehr steckt. Definitiv empfehlenswert, Freunde der Stilrichtung werden ihr Geld gut anlegen.
Rezension geschrieben von Tr1stan
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