|
Waltari haben unbemerkt von der weiten Öffentlichkeit auch in den letzten Jahren ihre Karriere nicht beendet, sondern, wenn auch tiefer im Underground, weitergeführt. Mit "Blood Sample" liegt nun das neue Album der verrückten Finnen um Frontmann Kärtsy vor.
Und man bleibt seiner Verrücktheit treu. So gut wie kein Track klingt wie der nächste. Der Opener "Helsinki" ist in finnisch und englisch gesungen, vermittelt jede Menge Nu-Gothic-Metal-Feeling und ist ein absolutes Meisterstück - trotz einer Geräuschkulisse, die klingt, als wäre sie um 1 Uhr morgens in einer vollen Bar aufgenommen. "Not Enough" rockt dann gradlinig und klassisch, mit einer kitschigen 80er-Jahre-Hookline - fast wie bei The 69 Eyes, "Too Much Emptiness" macht einen auf Ramones, "New York" ist klassischer Thrash - mit anderen Worten: Waltari sind immer noch komplett nicht kategorisierbar. Ob das der Clawfinger-mäßige Rap bei "All Roads Will Lead To Rome" ist, der kurz darauf im selben Song von einem Helloween-Refrain abgelöst wird, egal. Waltari haben eine neue Art von Crossover erschaffen, und zwar auf richtig hohem Niveau. Die unsinnigen Stilmischungen sind zwar gerade so am Rande der Unerträglichkeit - aber nicht darüber, und mit einem ganz offenen Ohr und ohne Scheuklappen gesehen, haben Waltari ein geniales Album abgeliefert. Zuhören macht jede Menge Spaß, und den scheinen die Protagonisten auch bei den Aufnahmen gehabt zu haben.
Asterix war zwar nie in Finnland, aber wenn er es gewesen wäre, würde sein dicker Kumpel Obelix wohl den Satz sprechen, der dieses Album am besten trifft: Die spinnen, die Finnen!
|
|
|