Bei vielen Bands sind die Greatest Hits gerade draußen und man will nach der anstrengenden Tour- und Studiozeit endlich mal eine unbestimmte Zeit Pause machen. Nicht so bei den amerikanischen Punkern von Blink 182. Sänger Tom Delonge widmet sich einem Nebenprojekt, genauso wie der andere Teil der Band (Plus 44). Wenn man sich die Besetzungsliste des Newcomers Angels And Airwaves, der eigentlich keiner ist, anschaut, kann einem vor Prominenz zurecht schwindelig werden. So wird dem Blink 182-Frontmann natürlich das Mikrofon in die Pfoten gedrückt, Dave Kennedy von Box Car Racer übernimmt die Gitarre, Ryan Sinn, bekannt durch The Distillers, ist für den Bass zuständig und der The Offspring-Drummer Atom Willard macht es sich hinter dem vertrauten Schlagzeug bequem. Fans von oben genannten Gruppen werden beim Hören des Albums wegen des extremen, aber gut platzierten, Einsatzes des Synthesizers und des Samplings erst mal aufschrecken. Aber alles der Reihe nach. Der Opener "Valkyire Missile" des Debüt-Albums verspricht schon mal viel. Mehr als die erste Minute wird man mit der im Vorfeld angesprochenen Benutzung des Synthesizers bedient, ehe die Gitarre und das Bass unterschwellig einsetzen. Wieder eine Minute später beginnt das Schlagzeug, gefolgt von den Vocals. Die Melodie ist zwar wunderschön, einen wirklichen Refrain sucht man aber vergebens. Dieses ist eher im Ersteren verpackt. "Distraction" bewegt sich hingegen auf punkigeren Pfaden, ohne dabei die technische Bearbeitung zu vergessen. Bei "It Hurts" werden die Riffs im Gegensatz zum vorlaufenden Song ein wenig sanfter. Diese Taktik setzt sich bei "Do It For Me Now" und "The Adventure" fort, wobei sich hier noch zusätzlich ein und derselbe Keyboard-Sound durch das Lied streift. Stimmig ist's trotzdem. Beim sechsten Song der Scheibe "The War" zieht die Geschwindigkeit wieder etwas an, bis wir bei "A Little's Enough" auf eine Art Ballade treffen, "The Gift" schlägt in genau dieselbe Kerbe. "Good Day" wird noch ein Stückchen ruhiger, "Start The Machine" ist mit einem "It Hurts" zu vergleichen und verabschiedet uns gleichzeitig von diesem Silberling. "We Don't Need To Whisper" ist eine gute Mischung aus Rock, Punk und Elektro. Die Gitarrenriffs und die Drums werden stimmig durch die elektronischen Töne begleitet. Einen reinen Punk-Song wird man hier zwar nicht wiederfinden, das soll aber nicht weiter stören. Durch die große Vorerfahrung der einzelnen Bandmitglieder kann das Album verschiedene Facetten vorweisen. Zurückhaltend brauchen die Mannen von Angels And Airwaves nun wirklich nicht zu sein, was der Albumtitel schon aussagt. Selbstüberschätzung war hier nicht am Werk! Fans von oben genanntem Mix sollten dieses Machwerk dringend, beim nächsten Besuch beim Plattendealer, in ihre Einkaufstüte legen.
geile sache :D