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Wären wir ein Lifestyle- oder Fitnessmagazin, würde dieses Album eiskalt die Höchstnote bekommen, denn es bietet funktionale Musik und eignet sich perfekt, um Sport jeglicher Art zu untermalen: Wenn der Körper an dem Punkt ist, an dem er nur noch mechanisch agiert und das Hirn sich in einem leichten Dämmerzustand befindet, dann gleiten die Stücke von Panic! At The Disco wie ein gut geölter Dildo durch die Gehörgänge. Irgendwoher kennt man das alles, es tut nicht weh, klingt dabei auch noch hip und stört einen nicht allzu sehr. Leider ist dies auch der einzige Zustand, in dem ich "A Fever You Can't Sweat Out" ertragen kann, zu Hause, nüchtern vor der heimischen Anlage kann einen nämlich das kalte Grausen überkommen, wenn man bei Licht hört, was die Amerikaner hier fabriziert haben: Stellt Euch einen Computer vor, den man erst mit Bloc Party, The Killers, Scissor Sisters, Maximo Park und The Rapture (oder jeder anderen, gerade angesagten Band!) füttert und dann darauf programmiert, aus diesen Elementen die kommerziellst mögliche Mixtur zu generieren; das Ergebnis wäre eine Platte wie diese. Ein reines Destillat, keine einzige neue oder gar eigene Idee, hier klingt alles so, wie der Indie-Trend es anno 2006 gerade verlangt, bei dem Bandnamen handelt es sich um pures Wunschdenken, die einzige Panik, die diese Band in der Disco auslösen könnte, wäre eine Massenflucht zur Toilette, wenn der DJ sie auflegt; zumindest sollte man das denken. Aber nein: Panic! At The Disco sind extrem erfolgreich in England und gerade jetzt auf Platz Eins der NME-Charts, ein Umstand, den man nur damit erklären kann, dass die Briten entweder wirklich sehr viel Sport machen und dabei gern anspruchslosere, schlichtere Kost bevorzugen oder dass sie tatsächlich vor lauter Bands den Hype nicht mehr erkennen.
Vielleicht liege ich ja falsch, vielleicht hat diese junge Band ganz, ganz viel Herzblut in dieses Werk fliessen lassen, aber wenn dem so ist, dann merkt man davon nicht sehr viel. Hier regiert knallbunte Beliebigkeit, alles echt cool, dabei immer voll im Trend und schon im nächsten Jahr vergessen: Erfahrungsgemäß sind es nämlich Platten wie diese, die schon in kürzester Zeit brutal veraltet klingen, denn kaum etwas hat eine geringere Halbwertzeit, als ausschließlich an kommerziellen Aspekten orientierte Musik. Anno 2006 kann man sie in gewissen Lebenslagen zwar durchaus konsumieren, nur: Warum sollte man das wollen? Hört Euch lieber die britischen Infadels oder die kanadischen You Say Party! We Say Die! an, die machen nicht nur beim Sport Spaß – Letztere sind übrigens die perfekte Antwort auf Panic! At The Disco, haben aber leider in der BRD immer noch kein Label, aber das nur am Rande!
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