Das wäre doch vor 20 Jahren ein kühner Traum von Hardrock-Fans gewesen: Grandiose Leadsänger wie Graham Bonnet, Glenn Hughes, Steve Walsh, Eric Bloom und Paul Shortino auf einem Album vereint! Dazu mit Carmine Appice und Ian Paice weitere Rocklegenden im Hintergrund. Möglich gemacht hat das Matt Filippini. Der hatte nämlich einen Traum, der mit dem Album "Time To Take A Stand" wahr geworden ist. Unter dem Namen "Moonstone Project" hat Filippini mit Stars und Sternchen des Genres ein Set von angenehm klassischen Rocksongs eingespielt. Zu den Highlights zählen, allein wegen der Stimme, das von Ex-Rainbow-Mann Bonnet geschmetterte "Not Dead Yet" und "City Of Lites" mit Kansas-Röhre Steve Walsh am Mikro. Der "unglückliche" Bonnet hat's immer noch drauf, und wer Kansas auf der letzten Tour live gesehen hat, weiß, dass Walsh nie besser sang. Die Coverversion des legendären Free-Titels "Fire & Water" darf man uneingeschränkt als gelungen bezeichnen. Gitarrist Filippini singt sie übrigens selbst. "The Voice Of Rock" Glenn Hughes hingegen "funkt" sich wie üblich durch seine beiden Nummern, ohne mit Falsettos zu geizen. Besonders schön ist "Where Do You Hide The Blues You've Got", das mit Blackmore'schen Soli begeistert. Es ist die erste Zusammenarbeit von Paice und Hughes seit ihrer gemeinsamen Deep Purple-Zeit. Der bombastische Schlusstrack "On The Way To Moonstone" rundet ein erfolgreiches Projekt ab. Filippinis Traum kann sich hören lassen. "Time To Take A Stand" ist ein grundsolides Hardrock-Album ohne lästige Lückenfüller, dafür mit einigen herausragenden Songs. Und wer mit den Namen Bonnet, Shortino und Walsh etwas anzufangen weiß, der darf prinzipiell bedenkenlos zugreifen. Hoffentlich beginnt dann irgendwann ein zweites Projekt.