Es gibt noch Zeichen und Wunder - und ein solches Zeichen ist "Trust" - das neueste Studiowerk der Kanadier Saga. Mit den letzten Veröffentlichungen haben Saga zwar wieder einige Pluspunkte bei ihren Fans sammeln können, doch konnten die Erwartungen gerade mit Alben wie "Steel Umbrellas" oder "Pleasure & The Pain" nicht auch nur annähernd erfüllt werden. Vor allem nach dem 1992 erschienenen Reunion-Meisterwerk "The Security Of Illusion", welches ein euphorisches Fanlager in alten Zeiten schwelgen ließ. Doch mit den Veröffentlichungen ab 2000 kann man Saga ein Schritt-für-Schritt Zurückfinden zur alten Form bescheinigen. So auch mit dem aktuellen Album "Trust". Mit Brian Doerner hat man sich nach dem erneuten Ausstieg von Steve Negus, einen Drummer mit frischem Wind in die Band geholt - das soll Steve Negus nicht aufs Abstellgleis manövrieren - doch muss man einfach sagen, dass der Drumsound aufgrund des E-Drum-Einsatzes gerade auf den letzten Saga-Alben einfach sehr unnatürlich und fehl am Platz geklungen hat. Die Songs auf "Trust" haben durch den Einsatz eines "normalen" Drumkits enorm an Tiefe und Energie gewonnen - "I'm OK", "Back To The Shadows" oder "It's Your Life" könnten ohne weiteres auch auf "Worlds Apart" oder "Silent Knight" veröffentlicht worden sein - erneut geben sich Gitarre und Keyboards immer wieder die für Saga typischen Mini-Solo-Wettläufe. Auch Jim Gilmour erhält einmal mehr die Möglichkeit bei "My Friend", eine sehr atmosphärische und mit Saxophon untermalte Ballade, die Lead Vocals zu übernehmen. Mit "Trust" ist es Saga gelungen, den Kreis um Klassiker wie "Images At Twilight", "World's Apart", "Heads Or Tales" und neueren Veröffentlichungen wie "House Of Cards" oder "Full Circle" zu schliessen. Die Band ist dort angekommen und macht erfolgreicher denn je da weiter, wo sie 1986 für einige Jahre lang aufgehört hatte, interessante Veröffentlichungen abzuliefern - nämlich bei ihren Ursprüngen. (Rezension geschrieben von AezKayA)