Für Arch Enemy war es der krönende Abschluss eines großartigen Jahres der Band. Das im Vorjahr veröffentlichte Album "Anthems Of Rebellion" (2003) hatte weltweit die Verkaufs-Charts gestürmt, kassierte von den Kritikern eine Höchstnote nach der anderen und galt schon bald als eines der zehn erfolgreichsten Alben des Labels. Am Ende eine schier endlosen Tour stand ein letztes Konzert im Londoner Forum auf der Liste. Die Halle war mit 2500 Menschen restlos ausverkauft, Fans und Presse aus allen Ländern angereist, denn im Anschluss wollten sich alle Bandmitglieder erstmal eine wohlverdiente Pause gönnen. Für Christopher Amott, Gitarrist, Gründungsmitglied und Bruder von Michael, sollte es das letzte Konzert mit der Band überhaupt sein. Zu diesem Zeitpunkt wusste das noch keiner seiner Kollegen, doch sollte es später ein weitere ausschlaggebender Punkt dafür sein, dass man anderthalb Jahre später ausgerechnet dieses Konzert für die erste DVD-Veröffentlichung in der Bandgeschichte auswählte. "Live Apocalypse" zeigt auf der ersten DVD den kompletten Live-Mitschnitt von Arch Enemy im Londoner Forum in einer astreinen Bild- und Tonqualität. Insgesamt wurden 19 Songs gespielt, wobei der Großteil vom "Wages Of Sin"-Album stammt. Im zweiten Teil der DVD gibt es mit "Nemesis", "My Apocalypse" und "Skeleton Dance" dann noch drei Aufnahmen mit Multi-Angel-Funktion aus Manchester vom letzten Jahr mit dem neuen Gitarristen Fredrik Akesson auf der Bühne. Auf der zweiten DVD folgt dann das obligatorisches Bonusmaterial für den interessierten Fan. Neben Interviews, Bilderslideshow, Wallpapers, einem ausführlichen Gear-Talk, mehreren Promo-Videos gibt es vor allem zahlreichen verwackelte Mitschnitte aus dem Touralltag der Band zu sehen, die man zwar nicht umbedingt gesehen haben muss, aber doch die eine oder andere nette Anekdote festhalten. Insgesamt ein überdurchschnittliches DVD-Debüt, auch wenn sich mancher wohl ein aktuelleres Konzert gewünscht oder sich auf Aufnahmen von ganz früher gefreut hätte. Arch Enemy sind ein Highlight und eine Institution des Melodic-Death-Metals und "Live Apocalypse" beweist eindrucksvoll, wieso dies so ist.