Von der Antike hin zum Keltentum und bis ins christliche Mittelalter zählt der Schwan zu jenen Wesen, die eine große Faszination auf den Menschen ausüben. Er ist verbunden mit Reinheit, Schönheit, Verwandlung, aber auch mit Klage. In jedem Kulturkreis ist er von einem gewissen Zauber umgeben – ein Zauber, den Qntal mit ihrem fünften Album "V – Silver Swan" weitergewirkt und in Töne verwandelt haben. Mit diesem Album begibt sich die Band, ähnlich wie Dead Can Dance oder Loreena McKennitt, in eine mystische Parallelwelt, die den Hörer zum Träumen einläd. Wie immer sind sämtliche Songs sehr sphärisch, zeitlose Stimmungen wurden eingefangen. Syrahs elfenartige Stimme bildet einmal mehr das Bindeglied zwischen den elektronischen und mittelalterlichen Klängen. Der Grundtenor von "V – Silver Swan" ist sehr getragen, fast schon schwermütig, unweigerlich kommt einem bei fast jedem Song das Bild des Schwans, der über einen bleiernen See treibt vor das innere Auge – Schönheit und Trauer miteinander vereinend. Das fünfte Studioalbum des Trios fällt zugleich wesentlich ruhiger und ein ganzes Stück weniger druckvoll und abwechslungsreich aus als der verhältnismäßig feurige Vorgänger "IV – Ozymandias". Für das Coverartwork hat man sich diesmal Brian Froud ins Team geholt, der Designer märchenhafter Fantasy Klassiker wie Jim Hensons "Labyrinth" oder "Der dunke Kristall" und der herausgeber zahlreicher Bildbände über Elfen und Faeries. Wieder einmal ziert das Siegel die Vorderseite des Covers – ein roter Faden, der sich bisher durch alle Qntal-Alben zieht. Alles in allem ist auch "V" sehr gelungen, es bietet wie alle anderen Veröffentlichungen der Band eine Auszeit vom Alltag und hat fast schon eine meditative Wirkung.