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Bob Dylan -  Modern Times     Artist:  Bob Dylan
    Album:  Modern Times
    Label:  Columbia / Sony / BMG
    Release:  25.08.2006
   Medium:  Album
    Genre:  Folkrock ausdrucken 
    Autor:  Uraniumstaub empfehlen/teilen 
 

Was hat Bob Dylan uns im Jahre 2006 zu sagen? Eine ganze Menge, denn Dylan war immer die Sorte von Künstler, der sich nie für irgendwas vereinnahmen liess und niemals behauptete für irgendjemand anders zu sprechen, als für sich selbst. Dass Peinliche an Bob Dylan sind in allererster Linie gewisse Teile seiner Fans, jene Sorte von Menschen, die seine Texte in die Universitäten zerrten und dort so lange sezierten, bis das Geheimnisvolle, Spezielle an ihnen – das sie ohnehin nie verstanden haben – verflogen war. Der Künstler selbst nahm es mit Ironie und zog sich zurück: "Sie haben mich zum Mufti gemacht!" Eine bittere Ironie, denn wenn Dylan jemals irgendetwas repräsentierte, dann den Künstler als freidenkendes Individuum, welches ausschließlich seinen eigenen Instinkten folgt und sich keinerlei Scheuklappen anlegen läßt. Ein Umstand, der es möglich macht, dass selbst seine schwächsten Werke (von denen es einige gibt!) immer noch eine absolute Integrität ausstrahlen. Wer von Euch der Ansicht ist, dass Bob Dylan ein langweiliger alter Mann ist, höre sich bitte vorher die Alben "Another Side Of Bob Dylan", "Bringing It All Back Home", "Highway 61 Revisited" und "Blonde On Blonde" an. Vier Alben, die 1965-66 in weniger als zwei Jahren entstanden, garagigen Rock und Folk mit frei fließenden Texten bieten und eine der beeindruckendsten Achsen der Rock-Geschichte bilden. Dass sie nebenbei Leute wie John Lennon, Lou Reed und David Bowie auf einen Weg brachten, der die gesamte Geschichte der Pop-Kultur wie wir sie kennen, veränderte ist zwar nett, aber für Dylan kaum mehr als ein Kollateralschaden. Schon damals weigerte er sich nämlich, den Status "Legende" anzuerkennen, nahm lieber einige schwächere und dann das gewaltige 1974er Album "Blood On The Tracks" auf, bis heute eine der heftigsten Trennungsverarbeitungen aller Zeiten. Die Art und Weise, wie er es schafft im Song "Idiot Wind" abgrundtief verletzt und im selben Moment auch extrem stark und stolz zu klingen hat nur sehr wenige Parallelen. Mit "Modern Times" knüpft er daran an, es liegt ihm einfach nicht, sich aufs Altenteil zurückzuziehen, stattdessen tourt er lieber ununterbrochen und hält seine Beobachtungen fest. Die von Dylan unter dem Pseudonym Jack Frost selbst übernommene Produktion ist schroff, das Zentrum ist – wie eh und je – seine mit dem Alter einfach nicht schwächer werdende Stimme, am besten ist er in langen Songs wie dem abschließenden, neunminütigen fast schon beerdigungshaften "Ain't Talking". Wie beim Klassiker "Desolation Row" gehen da ganze Textlavinen ab, während die Musik hypnotische Schleifen zieht, denen man sich kaum entziehen kann. Auch der Rest des Albums ist – speziell im Vergleich zu einer Daniel Lanois-Produktion wie dem (sehr guten) 89'er Werk "Oh Mercy" – extrem spartanisch, die Songs fast frei von Melodie. Aber jemand wie Dylan braucht keine Melodie, um seine Persönlichkeit rüberzubringen. Den Titel "Modern Times" kann er nur ironisch meinen, große Teile des Werkes klingen, als ob sie zwischen den Kriegen aufgenommen wurden, wie eine alte verblichene Postkarte in Schwarz-Weiss. Das "Modernste" an dem Album sind die Einflüsse ganz frühen Rock N'Rolls. All das tönt manchmal streng oder puristisch, ist aber überzeugender und autenthischer , als sich krampfhaft an popmusikalische Standarts des 21. Jahrhunderts anzurobben. Jetzt ist er 65, hoffen wir, dass er noch eine Weile weiter macht, denn wenn es jemals soweit kommt, dass inspirierende Künstler wie Bob Dylan, die trotz aller Millionen ihre Unruhe und ihren Hunger nicht verloren haben, "unmodern" wirken, befindet sich die Musik in einem ziemlich kritischen Zustand.
PS: Auf Vinyl ist "Modern Times" übrigens ein schönes Doppelalbum, welches dank sehr gutem Timing bereits zum zivilen Preis in den Läden steht.


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