Marble Sheep sind die vergötterten Superstars des Psychedelic Rock aus Japan und gaben und geben sich nach 13 Alben und zahlreichen Tourneen in ihrer Heimat nun endlich auch in Europa die Ehre. Bisher wurde jedes Konzert fleißig mitgeschnitten und nun präsentieren sie einige Ergebnisse auf "Raise The Dead", was vor allem für alle interessant sein sollte, die bei dem einen oder anderen Gig nicht dabei waren. Gegründet wurde Marble Sheep 1987 vom White Heaven-Gitarriero Ken Matsutani, ihre Entwicklung ging von hervorragenden Velvet Underground-Covern, über ewig lange Improvisationen bis heute und aktuell zu rauem Rock n' Roll. Ähnlich den Vorbildern Grateful Dead, Hawkwind und Black Sabbath. Ohne Nachbearbeitung im Studio in den Silberling gepresst, lassen sie einen derart dreckigen Sound vom Stapel, dass dem Hörer schwindlig werden kann. Gepaart mit einer Live-Atmosphäre vom Feinsten, wild, ekstatisch und einem geneigten Live-Publikum, welches in jeder Halle das Kondenswasser von der Decken rieseln lassen kann. Der Gesang ist fast Nebensache, steht zumindest nicht im Mittelpunkt. Marble Sheep legen ihr Hauptaugenmerk auf ausgedehnte Jamsessions und einem manchmal zu hektischen Schlagzeug und dazu unglaublich schnelle, dreckig klingende Gitarren. Alles schön schräg, ein Sound der einen praktisch überfällt, gewürzt mit einem kräftigen Schuss psychedelischen irgendwas. Man hat jedenfalls irgendwann in der Halbzeit der Scheibe das Gefühl live auf dem Konzert zu sein. Alles in allem, lassen die Jungs auf "Raise The Dead" perfekten und authentischen Hochgeschwindigkeitsrock vom Stapel. Ohne wenn und aber. Dazu ist eine musikalische Weiterentwicklung zu bemerken, was aber wahrscheinlich nur dem informierten Hörer auffallen sollte. Marble Sheep dreschen zuverlässig auf ihre Instrumente ein, machen einfach Spaß, grooven herrlich hektisch durch die Gegend und heben irgendwann ab. Sehr zu empfehlen.