Bonnie "Prince" Billy - ein Name der schon länger durch die britische Szene geistert. Hier mal mit Baby Dee, hier mal mit Antony and The Johnsons, alle gemeinsam mit Current 93 – spannendes Territorium. Auch "The Letting Go" erschließt sich - wie man bei diesen gewöhnungsbedürftigen Musikern aus Bonnies Freundeskreis erwarten konnte - nicht sofort. Viele werden beim ersten Ton der sich stellenweise überschlagenden Stimme die Augen verdrehen - aber etwas mehr Chancen sollte man dem Album schon geben. "The Letting Go" ist ein Singer/Songwriter-Album mit jeder Menge Folk, Melancholie und Kitsch. Aber der Kitsch hält sich glücklicherweise zurück, da die Melodien häufig durch An-und Abschwellen, unerwartete Dissonanzen und sparsame Instrumentierung recht zurückhaltend wirken. Bonnie "Prince" Billy erzählt Geschichten, ein wenig wie Nick Cave; auf eine Art, ein wenig wie Norah Jones. Streicher, Akustikgitarren und stark gedämpfte Blechbläser - alles Zutaten für ein ruhiges, schönes Album für stürmische Herbsttage. Am besten ist Bonnie dann, wenn er nur die Akustikgitarre bedient, dazu in seiner fast hippiemäßigen Stimme eine Geschichte singt - so wie in etwa bei "Wai". Aber auch "No Bad News" mit seinem ausufernden Refrains funktioniert fast wie klassischer Neofolk, kombiniert mit einem Grunddrive, der einen verleitet, sofort mit dem Auto auf die Landstraße hinauszuwollen. Ein ruhiges, etwas sperriges aber wunderschönes Album für den intensiven Hörgenuß.