Tja, was soll man zu diesem Release sagen. Joey deMaio ist ein hervorragender Publicitykenner, er weiss wie man Geld macht. Trotz der hervorragenden Ausstattung dieser EP (in der Immortal-Version) mit einer DVD mit ein paar hübschen Gimmicks; wirkt das Ganze schon so, als ob man da schnell ein wenig Kohle machen will. Gute Singles haben heutzutage das Singlestück sowie einen zusätzlichen Track und etwas hingewürfelten Krempel ohne grossen Aufwand für die Band (Live- oder Demoschnipsel etc.). Genau das ist das, was Manowar auf "The Sons Of Odin" auch anbieten. Dennoch schreit Mr. deMaio lauthals was von "Unseren Fans" - dieses Geseier geht mittlerweile tatsächlich nur noch auf die Nerven - und das man ebendiesen immer nur das Nonplusultra anbietet. Eine als EP getarnte Single ist allerdings genau das Gegenteil - Abzocke. "The Ascension" und "King Of Kings" liegen in rauen, ganz passablen Liveversionen vom Earthshakerfestival vor - überflüssig bis zum Geht-nicht-Mehr, da bereits als echte Songs veröffentlicht. Hinzu kommt mit "Odin" ein passables Instrumental, das irgendwie versucht, Filmsoundtracks zwischen Howard Shore und Basil Poledouris zu kopieren. Das waren die "Gimmicks". Dazu kommen noch zwei echte Songs. "The Sons Of Odin" ist ein tyischer Manowar - Song. Treibendes Gestampfe irgendwo zwischen "Kings Of Metal" und "Army Of The Immortals", ausgestattet mit einem großmundig als "Monolog des Berserkerkriegers" angekündigten Geschwafel, das Manowar in dieser Form mit "Defender" und "The Warriors Prayer" schon um Lichtjahre besser hinbekommen haben. Bleibt also der Song, der ganz große Hoffnung macht, dass aus dem Hause Manowar doch noch was Vernünftiges kommen wird. "The Gods Of War" ist einer der besten Manowar - Songs seit seligen "Into Glory Ride" - Zeiten. Durchdacht, fast theatralisch strukturiert, bombastisch und pathostriefend ohne Ende, mit einem grandiosen Refrain und Kani, die sich gewaschen haben. Lediglich die Triebkraft ist nicht mehr die in den letzten Jahren Manowar-übliche, es ist eher der Bombast, der den Song trägt, und nicht das immer gleichbleibende Geboller der Gitarren, das auf Songs wie "House Of Fdeath" und "Fight Until Wie Die" immer schön monoton intoniert wurde. Das ist ein Segen. Man kehrt zur Komplexität von "The Triumph Of Steel" zurück, ohne das Kultige von "Into Glory Ride" zu vergessen. Dieser Song befindet sich wie die anderen allerdings mal wieder textlich auf allerdümmstem Niveau - Manowar haben wirklich nichts neues mehr zu sagen, und das schon seit 18 Jahren! Am Anfang war das ewige Rezitieren der eigenen Songtitel ganz lustig. Aber wenn man den Text von "The Gods Of War" hören muss, dann kommt man nicht umhin, sich totzulachen. "Let Thy Valkyries Fly" - wieviele Walküren von Manowar schon losgelassen wurden? Bestimmt nicht weniger als es Tauben auf dem MArkusplatz gibt. "Born under The Sign Of The Hammer" Halali, hoffentlich sind sich Manowar des Überbevölkerungsproblems bewußt? Dennoch: Musikalisch ist "The Gods Of War" voll auf der Höhe, und wenn man Manowar (Im Gegensatz zur Band selbst) NICHT ernst nimmt, macht es immer noch genauso viel Spaß wie früher!