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"Blinded Colony? - Noch nie gehört!", so oder so ähnlich wird sicher die Reaktion vieler sein, wenn sie mit einer Platten-Empfehlung oder Kritik von Blinded Colony konfrontiert werden. Blinded Colony erwuchsen in Schweden und agierten von 2000 bis zum ersten Label-Deal (2003) noch unter dem Namen "Stigmata". Mit neuem Sänger (Johan Schuster), neuem Namen und neuem U.S. Label (Pivotal Rockordings) präsentieren sich die fünf nun mit ihrem Zweit-Werk "Bedtime Prayers" einem wahrscheinlich größerem Publikum.
Eingängig, melodisch, aggressiv und groovig umschreiben den Melodic-Death, den die Schweden fabrizieren, wohl ganz gut. Wenn In Flames, Arch Enemy und Soilwork adjektivisch wären, könnte man diese Begriffe auch getrost in diese Reihe einfügen. Metal auf hohem Niveau – ohne Frage. Leider ist der Erinnerungswert oft nicht ihrer, sondern der eben genannter Szene-Größen. "Once Bitten, Twice Shy", die erste Single-Auskopplung dieses Albums, stellt sich neben "Relevation, Now!" als einer der hit-verdächtigsten Songs heraus. Auch "Need" muss sich keinesfalls verstecken. Catchige Melodiebögen, ein aggressives Drumming, (versteckte) Keyboard und Synthie-Parts und ein klarer, schnörkelloser Sound prägen alle neun Songs der Platte. Überaus überragend allerdings ist die grandios vielseitige Stimme des Sängers Johan. Tiefes Growlen, cleane Gesangslinien und metalcoriges shouten beherrscht Herr Schuster empirisch nachweisbar. Klare Song-Strukturen und eine ansehnliche Produktion verfeinern das oberflächliche Bild des am 9.01. weltweit und am 12.01.2007 in Europa erscheinenden Albums.
Ein schlechter Song findet sich nicht auf dieser Platte. Insgesamt kann man Schweden-Melodic-Death mit Härtegrad Medium erwarten. Leider muss man sagen, dass einigen Songs noch das "gewisse Etwas" fehlt, das sie von Songs oben genannter Szene-Größen besonders abhebt. Dennoch ist "Bedtime Prayers" ein sehr solides, kompaktes und gelungenes Metal-Album einer jungen Schweden-Band mit Potential!
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