Fünf ganze halbe Jahre nach der Veröffentlichung ihrer letzten Scheibe gibt es jetzt endlich wieder kräftig auf die Ohren. Auf zwölf musikalisch powergeladenen und inhaltlich kritischen Songs hauen, hacken, schrammeln und blasen die berliner Brainless Wankers auf ihre Instrumente ein. In ihrem unverwechselbaren Ska-Punk-Sound kritisieren sie durch Ollis rauchige und doch klare Stimme eine Welt, in der nicht alles gerecht läuft, in der wenige über viele entscheiden - kurz gesagt, in der man hinterfragen muss und ein gesundes Maß an mistrauen nicht verlieren sollte. Insgesamt ist diese Scheibe damit wieder eine recht politische geworden, in der aber auch über Gefühle und Spaß ein bis zwei Worte verloren werden. Der Sound ist grundsätzlich nicht stark verändert worden, was nur soviel heißt, dass der markante, harte Rock immer noch überall spürbar ist, aber definitiv weniger Pop-Elemente zu finden sind. Die Bläser sind etwas spärlicher gesät, die Drums hämmern noch etwas druckvoller und die Gitarren bringen noch mehr knackige Riffs in den Songs unter (was zu leichten Dog Eat Dog-Assoziationen führt). Vielleicht steckt den 7 (sieben) Punkrockern ja auch noch die Verrockung von Rapper Sido von 2005 in den Knochen (der damit wohl den besten Sound seines Lebens bekommen haben dürfte). Wie dem auch sei, der Sound stimmt auf jeden Fall wieder. Neben den hämmernden Drums und den kratzig verzerrten Gitarren, die übrigens durch einen äußerst druckvollen und präzisen Bass ergänzt werden, fällt es teilweise schwer, alle Feinheiten der Produktion herauszufiltern. Aber wenn man sich erst eingehört hat und Lust und Zeit für eingehendere Studien hat, entdeckt man Bassläufe, dezente und feine Nuancen der besaiteten Zunft, Akkorde jenseits von Punk und Rock und unzählige rhythmische und strukturelle Feinheiten. Einzelheiten werden nicht verraten, macht euch gefälligst selbst die Arbeit! Und wer dies getan hat, darf sich auch nach dieser mit 35 Minuten Spielzeit recht kurzen Platte wieder als 'rocked considern'. P.S. Kleine Anmerkung zu technischen Schwierigkeiten: dummer Weise läuft auf drei von vier Rechner nur mit Tricks das Audioalbum, ansonsten spielt sich lediglich ein kleiner Video-Live-Mitschnitt immer und immer wieder ab... Also, 'if everything else fails', nehmt den einfachen CD-Player!