Tristania sind nun auch schon eine ganze Weile um den Weg, und mit Sicherheit kann man ihnen nicht vorwerfen, als Plagiat von Within Temptation und Co. Daherzukommen. Schließlich gab es den Gothic Metal von Tristania schon, als der Rest noch überhaupt nicht wusste, was das ist. Nach einer längeren Pause melden sich Tristania nun mit "Illumination" zurück. Und das ist nicht schlecht, beileibe nicht, im Gegenteil, die Pause seit dem letzten Album hat richtig gut getan. Natürlich gibt es mittlerweile zu viele dieser Bands, aber Tristania haben schon immer heraus gestochen. Auf den letzten Alben kam Tristania gerne mal etwas progressiver daher. Die Grunts von den Anfangszeiten sind verschwunden - und bleiben es auch für die meiste Zeit. Dafür klingt der männliche Gesangspart häufig stark nach den Sisters Of Mercy. Aber keine Sorge, die Stimme wird auch schon noch richtig fies. Im Übrigen groovt und rockt es auf "Illumination" an allen Ecken und Enden. Unnötige Komplexität wurde zugunsten einer etwas simpleren Struktur und jeder Menge Ohrwürmern aufgegeben, und das tut den Songs unglaublich gut. Der Opener "Mercyside´" quält sich genüßlich wie ein Strom Lava aus den Boxen, nur um während der Strophen eine süßliche, eingängige Melodie auszupacken. Auch "Open Ground", etwas sperriger als der Rest, kommt mit akustischen Gitarren daher. Überragend sind neben dem balladesken "Destination Departure" vor allen Dingen das ebenfalls ruhigere "Lotus", das mit einem grandiosen Refrain ausgestattet ist sowie "The Ravens". Ohnehin sind viele Stücke relativ ruhig und zurückhaltend, nicht überladen sondern einfach guter, reiner und reifer Gothic Metal, der sehr viel Spaß macht und nach den etwas progressiveren Elementen der letzten Alben mit seiner Eingängigkeit überrascht - und zufrieden macht. Das Album geht hervorragend ins Ohr, verfügt über wunderbare Gesangspassagen, ist immer noch bei weitem anspruchsvoller als der Großteil der Konkurrenz und dürfte vor allem Freunde der ersten Stunde zufrieden stellen. Es mangelt zwar an Grunts, aber die Melodien sind so eindeutig als Tristania identifizierbar wie schon lange nicht mehr.