Ein Epos auf der Schaukel zwischen Gut und Böse, zwischen Emo, Post-Hardcore und Indie-Tönen, so klingt das neue Album von Brand New. Seit ihrem letzten Album "Déjà Entendu" sind mittlerweile einige Jährchen ins Land gezogen und umso sehnlicher wird ihr neuster Clou "The Devil And God Are Raging Inside Me" erwartet. Das Album hat jegliche Erwartungen gesprengt, denn schon lange begnügen sie sich nicht mehr mit dem simplen Schema Strophe-Refrain-Strophe. Was sie jetzt aus dem Hut zaubern, sind weitschweifige Gitarrenparts und ein gewaltiger Berg an Spannungen, die sich in der Musik verzwicken und von Laceys Stimme umschmeichelt werden. Der Band geht es nicht mehr darum, möglichst viele Hits auf einem Album abzuliefern, die im Drei-Minuten-Takt vom Band laufen, sondern ihr Augenmerk liegt auf der Musik selbst. Der Weg ist das Ziel und die einzelnen Stücke unterbieten nur selten die Vier-Minuten-Marke. Mit Engelchen und Teufelchen auf der Schulter steigt die Platte bei "Sowing Season (Yeah)" gelassen ein und sorgt erst einmal für Kribbeln in den Armen und Gänsehaut und kalten Schauern auf dem Rücken. Nicht die typische Aufriss-Nummer, die sich voller Elan auf den Hörer stürzt, sondern gekonnte Technik um den Adressaten auf die eigene Seite zu ziehen. Doch schon im mittleren Part werden die Gitarren voll aufgedreht um langsam aber sicher aufzuzeigen, worauf man sich bei diesem Werk einstellen sollte. Dass sich viel verändert hat im Gegensatz zu den beiden Vorgängern "Your Favourite Weapon" und "Déjà Entendu", kann einem nach wenigen Takten schon nicht entgehen. Der schmale Grat und der rasante Wandel von Laut und Leise dominiert die neuste Tat, die auf dem Mist von Brand New gewachsen ist. Ein Musterbeispiel dafür ist "Limousine", denn der so lieblich beginnende Song steigert sich geradezu dramatisch in das Unermessliche, bis er explodiert und für einen kurzen Augenblick Kopf und Kontrolle verliert. Eine solche Veränderung mag beileibe nicht jedem alt eingesessenen Fan gefallen, doch Brand New können ihre von Gott und Teufel besetzte Schulter klopfen und sich stolzer Brust mit einem Album sehen lassen, das zwar ein Cover mit monströsen Halbstarken zeigt, den inneren Schweinehund in Kampf mit Gott und Teufel aber sauber widerspiegelt.
die ersten drei songs sind der oberhammer, das da nach immer noch sehr sehr gut