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Bloc Party -  A Weekend In The City     Artist:  Bloc Party
    Album:  A Weekend In The City
    Label:  V2 / Rough Trade / Wichita
    Release:  02.02.2007
   Medium:  Album
    Genre:  Indie-Rock Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  Tobiohnebo Artikel per Mail versenden 
 

Nun rollt sie also, die Welle der ungeduldig, aber ängstlich erwarteten zweiten Alben. Wie auf eine Perlenschnur aufgereiht, erscheinen nacheinander die neuen Werke von Bloc Party, den Kaiser Chiefs und Maximo Park. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie aus England stammen und 2005 mit ihrem Indie-Rock-Debüt eingeschlagen waren. Das zweite Album ist deswegen ein Problem, weil die Bands nun beweisen müssen, dass sie keine Eintagsfliegen waren. Während das erste Album meist über einen längeren Zeitraum entstanden war und dessen Songs sowohl live erprobt, als auch auf Singles oder EPs bereits bewährt sind, hat die Band nun plötzlich weniger Zeit, dafür aber jede Menge Erwartungsdruck von Seiten der Plattenfirma und der Fans. Das Studio und der (Star-)Produzent fressen jede Menge Geld und womöglich gibt es sogar ein KONZEPT für das Album. Eine Einheit soll es diesmal werden, mit rotem Faden. Was dann herauskommt, ist allerdings nicht selten durchschnittlicher Einheitsbrei.

Bloc Party machen also den Anfang beim Betreten des unsicheren Terrains und haben zwei Vorteile gegenüber den anderen: Sie sind in der Presse mehr oder weniger everybody's darling, müssen also wenig Schelte befürchten, und sie scheren sich am wenigsten um Genregrenzen, können also leichter mit neuen Sounds bestechen. Was den ersten Punkt betrifft geht Frontmann Kele Okereke sogar soweit dem WOM-Magazin zu stecken, er wünsche sich sehr, dass ein Journalist mal so richtig mit ihm abrechne und schreiben möge, wie schlecht die Band sei. Von Lob im Stil "Oh, tolle Lieder" könne man nichts lernen, das bringe keinen weiter.

Rechtfertigt "A Weekend In The City" denn einen solchen konstruktiven Verriss? Sicher, dass Album beginnt sperrig mit nervös-manischen Elektrobeats, mit hohem, glaszersegendem Gesang, unrhythmisch-aufwühlenden Songstrukturen und düsteren Männerchören. Der Zugang gelingt erst nach mehrmaligem Hören (kleiner Tipp dazu: Musik auf den iPod packen und durch die verschneiten Straßen laufen). Die Ausdauer wird dann allerdings umso reicher belohnt. Etwa in Form des wunderbaren "Waiting For The 7.18", in dem man zunächst nur ein Glockenspiel, leises Vogelgezwitscher und einen schwebenden Synthie- oder Gitarrensound hört. Der traurige Gesang ("Sitting in silence in bars after work/.../We cling to bottles and memories of the past") und der Drum-Computer setzen ein, bevor der Sonnenschein des Refrains die Alltags-Januar-Depression überstrahlt ("Give me moments/Just give me moments"). Rockend klingt der Song mit der Zeile "Let's go to Brighton on the weekend" (die ich lustiger- und irgendwie gleichermaßen passenderweise zunächst als "Let's try to brighten on the weekend" verstanden habe) aus und lässt ein bisschen Hoffnung auf ein besseres Leben zurück. Zu dem gelungenen Wochenende in der Stadt - wir können davon ausgehen, dass primär von London die Rede ist - gehört natürlich ausgelassenes Tanzen. Folgerichtig weißt die erste Single "The Prayer" mit Synthie-Sounds und schnellen Drums den direkten Weg zur Tanzfläche ("Lord give me grace and dancing feet/And the power to impress/.../Standing on the packed dance floor/Our bodies thrown in time/Silent on the weekdays/Tonight I claim what's mine/.../Let me outshine the moon/.../Tonight make me unstoppable"). Die Kehrseite ist - und das ist der rote Faden des Album - dass Party-Wochenden (in der Stadt) auf Dauer nicht glücklich machen, wenn der Rest des Lebens Scheiße ist ("Did you forget your blues on the weekend?/.../I've gotten so good at lying to myself", aus "Uniform").

Natürlich ist Bloc Party zu intelligent, als das es ausschließlich um Hedonismus versus Alltagstrott ginge. In "Hunting For Witches" wird es sogar ausgesprochen politisch. Mit klaren Worten wird die Einschränkung der Freiheit im Zuge der Terrorbekämpfung und der aufkeimende Generalverdacht gegen Menschen als fremd empfundener Ethnizität oder Religion angeprangert ("Now is not the time for a liberal thought/.../The Daily Mail says the enemies are among us/.../So I'll go hunting for witches"). In "Where Is Home?" beschäftigt sich der schwarze Frontmann Okereke in ähnlicher Weise mit dem Tod eines Freundes durch ein Gewaltverbrechen mit rassistischem Hintergrund ("We remember what they did to the black boy/in every headline we are reminded that this not home for us") und wiederholt in seiner typisch hohen Stimmlage die Zeile "Where is home?".

Wer sich allerdings auf das Album einlässt und sich durch die düsteren Momente des Waldes Großstadt kämpft (was ja auch ein bitter-süßer Genuss sein kann), wird auch immer wieder Lichtungen finden, die sich wie der Picadilly Circus nach dem durchqueren einer engen, nächtlichen Gasse vor dem Betrachter öffnen. Das leicht melancholische "I Still Remember", das angenehm verschlafene und verkaterte "Sunday" oder die sanfte Ode an eine verliebte Nacht in Berlin "Kreuzberg" sind solche Songs, die den Blick schweifen lassen und kurzzeitig Frieden stiften. Polemisch könnte man einwenden, dass die Songs für die nächste Telekom-Werbung also auch stehen (Irgendwie Indie, aber nich zu dolle. Damit dem netten Telekomtechniker, der im Hintergrund gerade noch über dem WLAN-Router kniet, während das Mitfuffziger-Pärchen im Vordergrund schon mit dem Laptop surft, nicht der Schraubenzieher aus der Hand rutscht).

Aber "A Weekend In The City" ist viel zu gut, um Polemik oder gar einen Verriss (siehe oben) zu verdienen. Hat man sich erst einmal eingehört, will man das Album nicht mehr weglegen. Die Ecken und Kanten werden zu den markanten Gesichtszügen eines geliebten Menschen, die Sperrigkeit zum Fels in der Brandung (und die Brandung liefert die Band gleich mit). Bloc Party haben vorgelegt. Eigentlich uninteressant, ihr wievieltes Album das ist.


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