Die verrückten Finnen um Frontspinner Kärtsy sind kaum ein Jahr nach dem letzten Album zurück und versuchen erneut ihr Glück, ihre Sicht auf die Metalwelt zu propagieren. Aber warum eigentlich etwas dazu sagen - denn schließlich lieben die Fans die Band abgöttisch, und der Rest tut die Jungs als Vollspacken ab, die nichts ernst nehmen. Der Fan kauft es blind, der Rest macht einen Bogen darum. Das wird sich auch jetzt nicht ändern. Natürlich sind Waltari eine nun schon Jahre andauernde Ausnahmeerscheinung im Metalbereich, aber spätestens mit dem aktuellen Album ist eines klar: Der Lack ist ab. Versponnene Musik nur um ihrer selbst Willen ist noch übler genießbar als einfache Musik. Alleine schon das Album "Release Date" zu nennen, vermittelt den Eindruck, als hätten die Jungs sich zusammengesetzt und gesagt: So, jetzt versuchen wir mal, einen möglichst blöden Albumtitel zu entwickeln. Beim nächsten mal könnte man es ja "Waltari's next Album" nennen, das wäre ähnlich schlau. Auch musikalisch wirkt das Album ziemlich gequält. Lockerheit und Coolness sind der Band nach jahrelanger Ausgeflipptheit total abhanden gekommen. Viele der Spielereien scheinen reiner Selbstzweck zu sein. Zwar sind einige sehr gute Songs dabei - wie das mit einem berühmten finnischen Frauenchor eingesungene "Spokebone" und das nicht minder gute, sehr harte "Get Stamped", aber einige der Stücke stressen einfach. Negatives Highlight dabei ist das 37 Minuten lange, einfach nur nervtötende "Cityshamaani", das niemand bei klarem Verstand konsequent durchhören kann. Waltari wollen zeigen, was sie alles können und vergessen über den kruden Stilmix das gute Songwriting. Es wird dringend Zeit, im Hause Waltari etwas zu ändern. Das sie es eigentlich können, haben sie schon bewiesen, und beweisen es auch auf "Release Date" - aber eben nur stellenweise.