Tja, Battlelore. Wie so viele Bands sind sie in ihrem eigenen Schema gefangen. Es gibt irgendwie schon das Problem, dass es in einem bestimmten Genre eine so breite Masse an Bands gibt, dass es mittlerweile schwierig wird, heraus zu stechen. Mittelharter, mittelmelodischer Metal, gerne als Gothic Metal verbrämt, hauptsächlich mit feenhaften Stimmchen gesegnet, manchmal mit männlichem Grunzgesang konterkariert - da fallen einem auf Anhieb ein Dutzend Bands ein , egal ob etablierte wie Tristania oder neue wie Noumena. Diese Bands sind alle ganz gut, aber kaum überragend. Genauso geht es auch Battlelore. Auch "Evernight" beschäftigt sich wie alle Battlelore - Alben mit dem Herrn Der Ringe. Man hat gegenüber dem Vorgänger "Third Age Of The Sun" einen immensen Sprung in puncto Produktion und Songwriting gemacht. Manchmal tut es eben gut, sich den Einflüssen hinzugeben und sich etwas kommerzialisieren zu lassen. Die Stücke sind dadurch klarer strukturiert, verfügen über sehr viel mehr Wiedererkennungswert und gehen gut ins Ohr. Die gegrunzte Stimme wurde von der Menge her ein wenig zurückgefahren, hat aber an Intensität zugenommen. Dadurch ist der Kontrast zur fast Live Kristine - ähnlichen weiblichen Stimme besonders schön intensiv. Im Gegensatz zu alten Theatre Of Tragedy aber schaffen es Battlelore zusehends besser, Kinderliedmelodien und Kitsch zu umschiffen. Mit "Summon The Wolves" ist ein richtiger Uptempo- Reißer dabei, der Opener "House Of Heroes" ist schön hymnisch , mit "Longing Horizon" hat man ein von hypnotischen Drums und akustischen Gitarren getriebenes Stück Orkmusik am Start und sowieso: Battlelore machen ihre Sicht der Dinge klar. Es gibt nicht viel zum Nachdenken, es ist alles klar und einfach strukturiert. Und in diesem Falle ist das mit Sicherheit ein Kompliment!