My Sleeping Karma ist vermutlich aus der Not heraus geboren, einen adäquaten Ersatz für die im September 2006 auf dem Münchner Swamp Room Happening gebuchte Band The Great Escape zu finden. Löste sich diese doch überraschend einige Tage vor dem Festival auf und galt bis dato als eine der deutschen Stonerrock-Hoffnungen und dürfte dem einen oder anderen insbesondere durch ihre letzten beiden Veröffentlichungen "Escape From Reality" (2004) und das konzeptionelle "Nothing Happens Without A Dream" (2005) bekannt sein. Aus der noch glühenden Asche der eben aufgelösten The Great Escape erhob sich würdevoll und majestätisch zugleich "My Sleeping Karma" empor wie Phönix aus derselben. Um die ehemaligen The Great Escape-Mitglieder Matte (Bass), Steffen (Schlagzeug) und dem jetzigen MSK-Gitarristen und früheren TGE-Schlagzeuger Seppi formierte sich unter zu Hilfenahme des Keyboarders Norman My Sleeping Karma. Diese müssen auf o.g. Festival einen derartigen Eindruck hinterlassen haben, dass Elektrohasch-Chef Stefan Koglek ihnen sogleich einen Vertrag und die Veröffentlichung ihres ersten Albums auf seinem Label anbot. Dieses liegt nun vor und auf ihm befinden sich 6 Lieder die von der Länge zwischen 5 und 9 Minuten variieren. Einordnen lässt sich das gleichnamige Debüt irgendwo zwischen den legendären Yawning Man und der Schweizer Instrumentalformation Monkey3, ebenfalls instrumental aber eine ganze Ecke entspannter als die Schweizer. Die Band ist nach eigener Aussage stets darum bemüht einen eigenen Sound zu finden, abseits von den typischen Psychedelic Sounds und ausgetretenen Stonerrock-Pfaden. Dies gelingt dem Quartett ausgesprochen gut. Man hört den Songs an, dass sie durch stundelanges Jammen entstanden sind, wobei auf dem Album die besten Momente konserviert wurden, Insgesamt klingen My Sleeping Karma sehr organisch wie eine Mixtur aus entspannten und groovenden Tongebilden, verwoben mit dem einen oder anderen fossilen Stonerrockriff. Daneben finden sich Balladeske Harmonigeflechte ("InTENtion") die trotz aller Affinität zu Zahlenspielen in den Titelnamen ohne komplexe Strukturen oder unerwartete Rhythmuswechsel (außer bei "23 Enigma") auskommen und trotz aller Spontaneität sehr geradlinig wirken. Hervorzuheben ist, dass die vier Herren dabei gänzlich ohne Gesang auskommen, dieser aber auch nicht vermisst wird. Das Album gleicht einer phantasievollen und emotionsgeladenen Reise durch Soundlandschaften ("Hymn 72") und Klanggebirge ("Glow 11"). Das Keyboard fungiert hierbei weniger als Instrument denn vielmehr als abwechslungsreicher Atmosphärenschaffer. Was anfänglich nur als Surrogat entstand, beweist Tiefe und hinterlässt bleibenden Eindruck. Davon könnt Ihr Euch in diesem Sommer selbst auf diversen Festivals (u.a. Burg Herzberg Festival und Swamp Room Happening Hannover), überzeugen.