Ein verspieltes akustisches Gitarrenintro, dann kreischendes Feedback. Eine verzerrte Stimme spricht bedrohliche Worte über eine immer höher steigende Wall of Sound. Dann bricht die Hölle los: Bösartiger, ultraschneller, deutschsprachiger Hardcore bricht über uns herein. "Kaputt & Weiter"! Moment mal, war das gerade ein Glockenspiel? Bubonix sind die neuesten Stars im Kader von "Nois-O-lution", Heimat von so hochkarätigen Bands wie Blackmail und Harmful. Produziert wurde das Debütalbum von Top-Produzent Kurt Ebelhäuser. Trotzdem es sich bei "Please Devil, Send Me Golden Hair" um das Erstlingswerk der Band handelt, passt das Etikett "Newcomer" hier kein bisschen: Seit 13 Jahren treiben sich Bubonix schon im deutschen Underground herum, sonderten sich jedoch bewusst vom Musikbusiness ab. Umso deutlicher wird, was für einen guten Fang das Berliner Label hier gemacht hat. Denn was Bubonix hier entfesseln, hat man so aus Deutschland wirklich noch nie gehört: Brachialer, klischeefreier Hardcore kombiniert mit melodiösen Indie-Parts. Das mag jetzt nach Emo klingen, könnte aber nicht weiter davon entfernt sein. Im Gegenteil, es drängt sich eher die Beschreibung "deutsche Refused" auf. Und je mehr man hört von "Please Devil, Send Me Golden Hair" desto mehr trifft diese Beschreibung zu, allerdings nicht, weil hier stupide bei den schwedischen Hardcore-Vorreitern kopiert wird, sondern weil beide Bands unkonventionelle, neue Herangehensweisen an übliche Hardcore-Versatzstücke praktizieren bzw. praktizierten. "Please Devil Send Me Golden Hair" ist kein Album, das einen Hit an den nächsten reiht. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, ganz im Gegenteil: Man muss diesem Debüt eine Halbwertszeit attestieren, die nicht zuletzt aus den komplexeren Songstrukturen einiger Stücke resultiert. Mit der Single "Fashion Tattoo" und "Corazon Vivo Vida" hat man jedoch auch einige echte Hits am Start, Songs wie "Quick" erinnern an alte Helden wie die Bad Brains oder die Dead Kennedys. Trotz dieser unterschiedlichen Facetten klingt das Album wie aus einem Guss. Selbst eine Absurdität wie das einminütige Jingle "Kabhi Kushi" passt in den Kontext der Platte. Während also auf MTV und anderen Plattformen die Beatsteaks für ihr neues Album gefeiert werden, schleicht sich mit Bubonix eine wahre Sensation in puncto harter, deutscher Musik abseits jeglichen Medeinrummels und Mainstreams in das Ohr des Hörers. Das kann und darf nicht ungeachtet bleiben.