Marillion sind zurück. Doch waren sie eigentlich jemals fort? Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit bringen die lebendigen Klassiker des Progressive Rock auch im 21. Jarhundert noch ein Album nach dem anderen heraus. Genauso selbstverständlich klingt das neue und mittlerweile 14. Album der Band, "Somewhere Else" dann auch: Die gefühlvolle, leicht klagend klingende Stimme des charismatischen Sängers Steve Hogarth, irgendwo zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwebend. Die leise anspruchsvollen aber nie verkopft oder gewollt wirkenden Arrangments. Die zarten Melodien und die gefasste Melancholie. Das alles ist nicht neu. Aber das alles ist unverändert großartig. 2007 sind Marillion eine perfekt funktionierende Maschine hervorragender Instrumentalisten die zu allem in der Lage scheinen außer einem schlechten Song. Und vielleicht einer großen Überraschung. Doch wozu auch? Marillion hat sich schon lange selbst gefunden und scheint statt auf Innovation darauf abzuzielen die eigene Idee, die über das bloße Schöpfen von Musik herausgeht, möglichst vollkommen zu verkörpern. Das äußert sich neben den üblich sozialkritischen Texten "He who dies with the most toys... is still dead" und den Aufrufen im Booklet "Turn the cities into families. Make poverty history". Aber nicht zuletzt auch in der veröffentlichungspraxis die die Band seit 2004 verfolgt, indem sie der etablierten Musikindustrie den Rücken kehrte und ihr eigenes unnabhängiges Label gründete, dass sich nur durch Vorbestellungen der Fans finanziert. Marillion nur eine tadellos funktionierende Songmaschine? Wohl kaum. (geschrieben von Moritz)