Ob den guten alten Gunners damit Respekt gezollt wird, steht einfach mal so weiter im Raum. An sich ist die Idee Elektro-Bossa Nova Interpretationen diverser Guns'n'Roses Klassiker aufzunehmen nicht verkehrt. Mutig allemal, da die Stücke allesamt ohnehin anspruchsvoll sind, technisch einiges abverlangen und rhythmisch ist Bossa Nova nun auch nicht das einfachste, was musikalisch zu realisieren ist. Miko Jackson, seines Zeichens Produzent aus Südamerika, was einen spätestens bewusst wird, wenn man weiß, dass sowohl Konzept, Songauswahl, Arrangements als auch Produktion von ihm stammen. Die Idee hatte er übrigens schon einmal verarbeitet, er hat auch die Songs von Bob Marley sowie den Rolling Stones ins Bossa Nova Gewand verfrachtet. Und die sind in Argentinien und Brasilien sogar auf Nummer 1 gelandet. Drums und Bass kommen ganz sanft und groovig aus dem Computer, diverse Xylophone und hölzerne Rhythmusinstrumente sind nicht zu überhören. Akustikgitarren setzten eine musikalische Klammer und bestimmen letztendlich das gesamte Album. Die Scheibe ist der perfekte Soundtrack für einen hoffentlich gelungenen Sommer. Passt auf jeden Fall dazu, wenn es denn demnächst sonnig werden sollte. Der Opener "Patience" für sich allein ist das Geld für die Scheibe wert. Dann geht es weiter mit "Paradise City", "November Rain" und "You Could Be Mine", alles Perlen für die Ewigkeit. Der Rock „n“ Roll wurde zwar zu Grabe getragen. Kein Sex, kein Druck, keine Wut und eine herunter gedrehte Lautstärke blieben übrig und wurden kurzerhand herausgefiltert. Die Songs machen trotzdem Laune, gerade sogar deswegen aber eben auf eine ganz neue Art. Axl Rose und Slash leben noch und sind wohl not amused über die Sammlung, obwohl ihr Ruf damit nicht angekratzt wird. Diese Herangehensweise an dieses nicht unheikle Thema wird immer Kritiker auf den Plan rufen, Fakt ist aber auch, dass sich die Jungs über die unerwarteten Tantiemenzahlungen freuen können.