Kein leichtes Erbe, welches Blondelle-Sänger Sam Stewart da antritt, sein Vater spielte mit einer gewissen Ann Lennox bei einem Duo namens Eurythmics und produzierte - quasi "nebenbei" - Leute wie Mick Jagger. All das hört man "Die Pretty" glücklicherweise nicht an, dafür bekommt man den Sound vorgesetzt, der derzeit in Groß Britannien so unglaublich angesagt ist. Schon wieder mal! Und hier liegt auch das Problem dieses Debüt-Albums: Zu wenig eigener Sound, zu wenig zwingende Songs, keine markanten Elemente, nichts, was das Quartett aus den Legionen englischer Bands hervorheben und ins Ohr der Hörer brennen würde: "Hey! Wir sind Blondelle!". So bewegt man sich solide im Mittelfeld, beweist aber mit Stücken wie dem wunderbar zackigen "Wonder", dem treibenden "Yesterday's Man" und unterhaltsamen Konzerten, dass man potentiellen Potential hat. Und genau dieses sollte man für den Zweitling schleunigst auf LP-Länge bannen. Kuriosität am Rande: Obwohl britisch erscheint "Die Pretty" bei einem italienischen Label, welches das Album zunächst - mit verändertem Titel, Artwork und Tracklist - in Japan veröffentlichte. PS: Bei Amazon ist derzeit leider nur die teuere japanische CD erhältlich!