Schottische Mütterlichkeit trägt heutzutage Bart Zwei Jahre nach ihrem Debutalbum kommen Mother and the Addicts frischer und anders als erwartet wieder aufs Parkett. Im Gegensatz zu ihren schottischen Kollegen von Franz Ferdinand haben sie es geschafft keine zweite erste Platte zu produzieren, sondern,wie Frontmann "Mother" konstatiert, sich auf die Suche nach ihrer wahren Identität begeben. "Science Fiction Illustrated" klingt viel sicherer, als ihre erste Scheibe und viel weniger nach einem aus verschiedenen Stilen zusammen geklaubten Potpourri-Set. Anders verhält es sich dagegen mit Sam Smith, ohne dessen zweites extravagantes Ich "Mother" die Band nur ein langweiliger Verein von Freizeitrockern wäre. 2003 machte Sänger Sam Smith sich auf die Suche nach vier willigen Musikern, um als richtige Band seine Demo-tapes in spritziger Rockabilly-Electro-Manier in die Musikszene zu katapultieren. So gleich kamen die fünf Glasgower-Jungs in die Vergleichsriege mit Bands wie Art Brut, Talking Heads, aber auch Roxy Music. Wirft man einen Blick auf Mother's alias Sam Smith Performance, so fällt einem eine gewisse Ähnlichkeit in Bewegung und Mimik mit Pop-Ikone Brian Ferry auf. Diesmal stolzieren und tänzeln elf Songs selbstbewusst in den lange vernachlässigten Tanzknochen, der besonders durch Tracks wie "Watch the Lines", "So Tough" und "Are Others" den Kalk aus den Ritzen massiert bekommt. Aber Vorsicht, wir haben es hier mit einer Tanzscheibe zu tun, bei der die linke Augenbraue immer angezogen bleibt, um kritisch leichtfüßig über z.B. soziale Unterschiede, menschliche Grausam- und Eitelkeiten herzuziehen. Zudem ist musikalisch betrachtet "Science Fiction Illustrated" eine selbstbewusst ironische Lektion darüber, wie man Elemente aus den 80er Jahren verwendet und etwas wirklich Lebendiges daraus schafft. Daher haben Mother and the Addicts wahrlich ihren Kopf aus der Masse der Fließband Indiebands gehoben und haben den Trampelpfad verlassen, um ihr eigenes Ding zu machen, was sich ausdrücklich hören lässt.