Um Antitainment zu beschreiben nutzen so manche PlattenkritikerInnen den nicht passenden Vergleich zu der amerikanischen Band, die den Begriff "Nintendocore" geprägt hat. Wo jedoch das musikalische Pferd seine Runden dreht, steht Antitainment regungslos im Stall. Denn die zum instrumentalen Teil gehörende 16Bit Orgel dient nur der Begleitung des Hardcore- Grindcore Mix und läuft meisten im Hintergrund mit. Dafür trumpfen Antitainment mit ihren Texten auf. Schon der erste Song "Sechstagewoche-Gummimann" bringt die Essenz des Albums "Nach der Kippe Pogo!?" auf den Punkt: Nicht beugen lassen, sonst "(…)klappt das vielleicht auch irgendwann, kommst mit den Zähnen an die Füße, verdienst dein Geld als Gummimann". Eines zeigt sich deutlich, die Texte stecken voller witzigen Metaphern. Dabei kritisieren Antitainment alles, was ihnen unter die Finger kommt. Angefangen bei der männlich dominierten Hardcoreszene, in der die meisten noch denken, dass Hardcore etwas mit hart sein zu tun hat, bis hin zum Hochleben des kommerziellen Erfolgs der Subkultur - und das sind nur drei Lieder. Auch eine gewollt geklaute Orgelmelodie vom Solokünstler "G- TUK" ("Da Jingle Boy") wird in den Song "we are (black) Metal- Rap" verwendet und auch dieser Song steckt voller Anspielungen auf die Metalszene. Antitainment legen ein neues Album vor, das sogar die Musikliebhaber überzeugen kann, die Angst vor deutschen Liedtexten haben. Geschrieben von Lyord