Ex-Libertine stolpert durch sein zweites Album. Strukturierter als gewohnt und mit 42 Minuten für Babyshambles-Verhältnisse sogar regelrecht knackig. Hinterher wünscht man sich trotzdem nichts sehnlicher als dass Betty Ford diesem jungen Mann mal schleunigst einen richtig starken Kaffee braut und ihn in die Arme nimmt. Ansonsten nimmt das Trauerspiel ja kein Ende mehr! Oder möchte mir jetzt jemand ERNSTHAFT erzählen, es sei eine tolle, ganz großartige Leistung, dass Pete Doherty es neuerdings immerhin mit den Dirty Pretty Things aufnehmen kann? Ich meine, wer will nach einem Klassiker wie "Up The Bracket" schon zwei solide, leicht behäbige Band-Projekte, denen man vor allem anmerkt, dass es ihnen an irgendetwas mangelt? Braucht man das wirklich zwischen all den Myriaden von neuen, aufregenden Bands? Selbstverständlich ist auch diese Platte nicht grottenschlecht, was sie so ärgerlich macht ist vielmehr ihre durchschnittliche Unauffälligkeit, die zu einem Typen wie Pete irgendwie so gar nicht passen will. Zwingende Ideen sind hier Mangelware, stereotyp ziehen die Songs vorbei und tauchen den Hörer in einen zähen, grauen Dip aus akustischer Langeweile. Ohne Seele und ohne Spuren zu hinterlassen. Und selbstverständlich auch ohne WIRKLICH etwas über Doherty und sein Leben zu verraten. So ist "Shotter'S Nation" denn kaum mehr als "the same procedure as last year" und wenn Pete nicht aufpasst schneller als ihm lieb sein kann auch "the same procedure as EVERY year! Soweit muss es wirklich nicht kommen - oder sollte es am Ende schon zu spät sein?