Irgendwie haben wir heute "Die Nacht der reitenden Leichen", erst entkommen The Pretty Things dem ewigen Eis und veröffentlichen ein neues Album und nun kommt schon die nächste prähistorische Truppe um die Ecke und ist der Ansicht, dass wir immer noch 1968 hätten. Aber warum sollte es den Amerikanern besser gehen als den Briten! Ladies And Gentlemen: Blue Cheer, vierzig Jahre später! Die Band, die ein maßgeblicher Einfluss auf Monster Magnet und sonstigen drogenzerfressenen Retrorock war und zusammen mit Grand Funk Railroad das Konzept des derben, technisch primitven Powertrios quasi erfunden hat, zeigt auf "What Doesn't Kill You" vor allem zwei Dinge: Zum Einen, dass sie es irgendwie immer noch drauf hat, zum Anderen, dass das was sie da - immer noch, irgendwie - drauf hat von jüngeren mittlerweile besser rübergebracht wird. Sicherlich ist das Album von Covergestaltung und Gesamtsound her sympathisch und für den einen oder anderen Lacher gut aber leider klingt es auch etwas abgestanden, angestaubt und vom Zahn der Zeit angenagt. Für Menschen über 50 vielleicht trotzdem empfehlenswert, jüngere hören sich zwecks musikalischer Weiterbildung allerdings erst mal "Vincebus Eruptum", das markerschütternde Debut von 1968 an, welches sich mit dem Konzept des "Gitarrengottes" à la Jimi Hendrix, Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page süffisant den Hintern abwischt und lieber acht Minuten lang den Eddie Cochran-Klassiker "Summertime Blues" zerlegt. PS: Was machen eigentlich Grand Funk Railroad und die Pink Fairies gerade???